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Verkehrsausschuss: CDU Bünde stellt Antrag für zeitgesteuerte Durchfahrbarrieren an Bahnhof- und Eschstraße

Anti-Terror-Sperren für die City?

Bünde (WB)

Die Bünder Fußgängerzone ist ein sensibler und besonders schützenswerter Bereich – das findet zumindest die CDU-Fraktion. Sie will daher prüfen lassen, an den Ein- und Ausgängen des fußläufigen Stadt-Bereichs zeitgesteuerte Durchfahrbarrieren zu installieren, um beispielsweise Attentate oder Terrorakte bei Volksfesten abzuwehren.

Daniel Salmon

Zum Zwiebelmarkt 2017 hatte die Stadt die Sicherheitsmaßnahmen verschärft und Mulden als Lkw-Sperren aufstellen lassen.

Die Bilder des Lkw-Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche, bei dem der islamistische Attentäter Anis Amris am 19. Dezember 2016 elf Menschen tötete und 55 weitere Passanten zum Teil schwer verletzte, sind wohl unvergessen. Auch bei weiteren Terroranschlägen in den Monaten danach waren Lkw oder Kleinlaster als Waffen eingesetzt worden.

Als Reaktion auf eine erhöhte Gefährdungslage bei größeren Veranstaltungen und Menschenansammlungenhatte auch die Stadt Bünde in der Folge Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, erstmalig zum Zwiebelmarkt 2017. Seinerzeit war nicht nur Zahl der Security-Mitarbeiter auf der Kirmes erhöht worden, an mehreren Zufahrtsstraßen zum City-Bereich waren außerdem orangefarbene und mit Sand gefüllte Containermulden platziert worden. Jeder einzelne Behälter wog mehr als zehn Tonnen. „Damit niemand mit einem Lastwagen auf die Veranstaltungsfläche rasen kann“, hatte Ralf Grund vom Bünder Stadtmarketing damals erklärt. Auch bei folgenden Großveranstaltungen griff die Verwaltung auf ähnliche Vorkehrungen zurück.

Doch die Bünder Christdemokraten verfolgen mit ihrem Antrag, mit dem sich am 11. März der Bünder Verkehrsausschuss beschäftigen wird, auch noch ein anderes Ziel. So sei das Befahren der Fußgängerzone mit Fahrzeugen zwar eigentlich nur zu bestimmten Lade- und Anlieferzeiten, vor allem morgens, gestattet. „Doch kommt es hierbei immer wieder zu Regelverstößen. Man wundert sich wirklich, zu welchen Zeiten am Tag dort durch die Esch- oder den fußläufigen Teil der Bahnhofstraße gefahren wird. Somit könnten die zeitgesteuerten Barrieren dann abends auch hochgefahren werden und als Schutz für Geschäfte und Anlieger wirken“, erklärt CDU-Fraktionschef Martin Schuster.

Zunächst, so lautet das Ansinnen der CDU, sollten die zuständigen Stellen im Rathaus feststellen, wie hoch der Aufwand für die Installation der temporären Durchfahrtssperren wäre und wo sie überhaupt Sinn machen würden. Aus der Sicht von Martin Schuster würden der Museumsplatz, das Areal zwischen Standesamtgebäude und Laurentius-Kirchmauer und der Bereich der Eschstraße am Tönnies-Wellensiek-Platz als Standorte für die Sperren Sinn machen.

Planungen auf Sparflamme

Voraussichtlich bis mindestens April wird es im Kreis Herford aufgrund der Corona-Pandemie keine größeren öffentlichen Veranstaltungen geben. Das Frühlingsfest, das erste der beiden großen Bünder Volksfeste, findet traditionsgemäß im Mai statt. Zwar ist unklar, ob es die Kirmes in diesem Jahr überhaupt geben kann, gänzlich eingestellt sind die Planungen, die normalerweise mehrere Monate in Anspruch nehmen, aber nicht, wie Ralf Grund vom Bünder Stadtmarketing betont: „Die Veranstaltung ist natürlich nicht abgesagt, aber die Planungen unsererseits laufen sozusagen auf Sparflamme.“

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