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In der Diskussion um nitratbelastete Flächen verspricht Kreislandwirt weitere Verbesserungen – Wasserkooperation nimmt Proben

Auch die letzten Flecken sollen verschwinden

Herford (WB/bex)

Hermann Dedert ist sich sicher: „Auch die wenigen verbliebenen nitratsensiblen Bereiche werden bei der nächsten Überprüfung verschwinden“, sagt der Kreislandwirt aus Hiddenhausen.

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Die Düngesaison hat begonnen. Eine Verordnung gibt vor, wo und wie viel Gülle oder Mineraldünger ausgebracht werden darf. Nachdem Anfang des Jahres viele Flächen im Kreis als nitratbelastet ausgewiesen waren, sind davon jetzt nur noch letzte Flecken im Bereich Exter übrig geblieben. Foto: Landwirtschaftskammer NRW/Stefan Vogelsang

Um die Ausweisung nitratbelasteter Gebiete im Kreis Herford hatte es zuletzt, wie exklusiv berichtet, große Diskussionen und Irritationen gegeben. Glücklicherweise hätten aktuelle Zahlen der Landwirtschaftskammer, die die sachgemäße Düngung überwacht, gezeigt, dass die Landwirte im Kreis „sehr verantwortungsvoll und gewässerschonend die notwendige Düngung durchführen“, betonen Landwirte und Vertreter der heimischen Wasserwirtschaft in einer gemeinsamen Mitteilung zu Beginn der Düngesaison. Seit mehr als 25 Jahren arbeiten sie in der Wasserkooperation Herford-Bielefeld zusammen.

Nachdem Anfang des Jahres das Landesumweltamt noch weite Teile des Kreises als nitratbelastet(mehr als 50 Milligramm Nitrat pro Liter Grundwasser) ausgewiesen hatte, waren nach Berücksichtigung aktueller Daten nur wenige Flächen im Bereich Vlotho-Exter übrig geblieben.

Die Landwirte müssen sich an die im Mai 2020 novellierte Düngeverordnung halten. Darin ist die so genannte Sperrfrist verankert, diese schreibt ihnen vor, wann sie stickstoff- und phosphathaltigen Dünger ausbringen dürfen. Die Sperrfrist endet zumeist am 31. Januar. Danach ist es möglich, organische (Gülle) und mineralische Düngemittel auf die Felder zu bringen, sofern die Witterungsverhältnisse es zulassen. Wenn der Boden gefroren, wassergesättigt/überschwemmt oder mit Schnee bedeckt ist, darf nicht gedüngt werden.

Zusätzlich zu der Novellierung der Düngeverordnung wurde die Änderung der Landesdüngeverordnung im Dezember 2020 verabschiedet. Die beiden Verordnungen schreiben vor, sogenannte nitratsensible und phosphatsensible Gebiete auszuweisen. Dort ist die Düngung nur eingeschränkt möglich. So dürfen in den nitratbelasteten Gebieten die Äcker und Weiden nur mit 20 Prozent geringerem Düngebedarf mit Nährstoffen versorgt werden. Entsprechend geringer kann der Ertrag ausfallen.

Diese belasteten Flächen wollen die Landwirte minimieren. Dedert betont dabei die Bedeutung des Gewässerschutzes. Mit immer verfeinerteren Verfahren wie satellitengesteuerter Ausbringtechnik und sofortiger Einarbeitung der Wirtschaftsdünger werde erreicht, dass der Dünger vollständig an die Kulturpflanze gebracht werde – und eben nicht die Gewässer belaste. Deshalb würden schon bald die letzten roten Punkte in der Karte verschwinden, verspricht der Kreislandwirt.

Bevor überhaupt gedüngt werde, müsse der Landwirt den exakten Bedarf für die jeweils angebaute Kulturpflanze erstellen, die sogenannte Düngebedarfsermittlung. Maximilian Meyer, Gewässerschutzberater bei der Wasserkooperation, unterstützt die Landwirte dabei. Die gute Niederschlagsentwicklung zu Jahresbeginn stimmt die Wasserversorger hoffnungsvoll. Denn seit 2015 werde kontinuierlich mehr Wasser verbraucht und über die öffentliche Trinkwasserversorgung abgegeben.

Um den Landwirten verlässliche Daten mit an die Hand zu geben, sei die Wasserkooperation Herford-Bielefeld seit einigen Tagen wieder auf zahlreichen Feldern unterwegs, um Bodenproben zu nehmen. Mitarbeiter Nicolas Abing entnimmt für die Wasserkooperation etwa 170 Bodenproben in den Wasserschutzgebieten. Aber auch außerhalb der Wasserschutzgebiete lassen die Landwirte Bodenproben entnehmen.

Die Ausbringung von Wirtschaftsdünger ist in den vergangenen Jahren vor allem aus Kostengründen zu einem Dienstleistungsgeschäft unter Einbeziehung von Lohnunternehmern geworden. Vielfach würden die Nährstoffe mit Lkw an die Acker-und Grünlandflächen transportiert.

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