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Linus Schmidt erschafft Künstliche Intelligenz – Teilnahme an »Jugend forscht«

»Ava« lernt wie das menschliche Gehirn

Bünde (WB). Er will eine Künstliche Intelligenz erschaffen, die klüger als das bekannte System »Alexa« ist. Seine »Ava« soll ähnlich wie das menschliche Gehirn ständig dazulernen. Mit dem Projekt aus dem Bereich Informatik nimmt Linus Schmidt vom Markt-Gymnasium am Samstag am Regionalentscheid von »Jugend forscht« teil.

Kathrin Weege

Mit einem Projekt aus dem Bereich Informatik nimmt Linus Schmidt vom Markt-Gymnasium am Samstag am Regionalentscheid von »Jugend forscht« teil. Foto: Kathrin Weege

»Mein Ziel ist, dass ›Ava‹ möglichst intelligent auf Fragen antworten kann. Dafür braucht sie ein tiefes Kontext-Verständnis«, erklärt der Schüler, der das erste Schuljahr der Oberstufe (EF) besucht. Amazons »Alexa« hingegen sei eher eine sprachgesteuerte Fernbedienung. »Kann sie eine Frage nicht beantworten, sagte sie ›Ich habe die Frage nicht verstanden.­­‹ Diese Antwort kann es bei ›Ava‹ nicht geben«, erklärt der 16-Jährige. Sein System würde immer eine Antwort errechnen, sei diese falsch, lerne »Ava« dies dazu.

Inspiriert von Spielfilmen über Künstliche Intelligenz

Die Idee zu seinem Projekt hatte Linus selber. Inspiriert von Spielfilmen über Künstliche Intelligenz wollte er selber etwas Ähnliches erschaffen. Der Schüler begann mit dem Programmieren. Schließlich stieß er auf ein mathematisches Problem, das er alleine nicht lösen konnte und bat seinen Lehrer Kai Schneider um Hilfe. Gemeinsam mit dem »Jugend forscht«-Beauftragten der Schule, Lehrer Thomas Michael Braun, schlug er Linus die Teilnahme am Wettbewerb vor. »Es ist immer besser, wenn Schüler selber Ideen haben, als wenn wir ihnen etwas vorschlagen«, meint Braun. Seit mehr als 25 Jahren nimmt das GaM bei »Jugend forscht« teil. »Der Wettbewerb bietet eine gute Plattform für Projekte, die man so im Unterricht gar nicht schaffen kann. Schüler lernen, ihre Arbeiten zu präsentieren und bekommen auch entsprechende Anerkennung«, sagt Braun.

30.000 Programmierzeilen geschrieben

30.000 Programmierzeilen hat Linus Schmidt schon geschrieben. Sein System ist englischsprachig. Auf die Frage »Call me a city of Germany« errechnet es nach einiger Zeit die Antwort Berlin. »›Ava‹ greift momentan auf alle Wikipedia-Dokumente bei der Suche nach der Antwort zurück. Bis zum Wettbewerb ist ein Tool fertig, mit dem das Programm dann das ganze Internet durchsucht«, sagt der Schüler. Die Filterung ähnele einem neuronalen Netz wie in der Biologie. »Linus’ Arbeit versucht das menschliche Gehirn zu simulieren«, erklärt Schneider, der auch Informatik unterrichtet.

Für sein »Ava«-Projekt reichte die Rechenleistung des eigenen Computers nicht mehr aus. Unterstützung bekam der Schüler von der Firma Delta Computer in Hamburg.

Hobbys: Informatik und Badminton

»Bis zum Wettbewerb werde ich noch ganz schön viel Zeit investieren«, sagt Linus Schmidt. Die Informatik ist sein großes Hobby. Seine Freizeit verbringt der 16-Jährige aber nicht nur am Rechner, er mag’s auch sportlich. »Ich spiele Badminton«, sagt er.

Wie Linus’ Chancen beim Regionalentscheid aussehen, könne er nicht einschätzen, sagt Braun. Bei der Jury komme es gerne zu Überraschungen. Er wünsche sich, dass es Linus in den Landeswettbewerb schaffe. »Bis zum Bundesentscheid ist es ein weiter Weg. Ein Mal hat unsere Schule das bisher geschafft«, so der Lehrer für Bio und Chemie.

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