1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Buende
  6. >
  7. Band lockt Bünder aus der Reserve

  8. >

400 Zuschauer beim Konzert im Steinmeisterpark

Band lockt Bünder aus der Reserve

Bünde (WB). Ostwestfalen in Stimmung zu bringen, so wird gemunkelt, soll nicht zu den leichtesten Aufgaben gehören. Befürworter dieses Klischees fühlten sich zu Beginn des Konzertabends am Freitag im Steinmeisterpark vielleicht noch bestätigt – hatten aber nicht mit der Hartnäckigkeit von »Mr. Big Fat Mad Moose & The Soulfamily« gerechnet.

Karl-Hendrik Tittel

Die fünfköpfige »Matterhornsection« der Soulfamily spielt ihre Blechblasinstrumente. Die Band »Mr. Big Fat Mad Moose & The Soulfamily« hat sich im Steinmeisterpark alle Mühe gegeben. Foto: Karl-Hendrik Tittel

Mit Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard, zwei Sängerinnen, einem Sänger und der fünfköpfigen Bläsergruppe »Matterhornsection« fackelten die zwölf Musiker nicht lange und gaben von Beginn an Vollgas. Die Bünder hingegen, wenn auch mit etwa 400 Besuchern zahlreich erschienen, machten es sich erst einmal an den Bierzeltgarnituren in einigem Abstand zur Bühne gemütlich, sodass zunächst eher die Atmosphäre eines vormittäglichen Frühschoppens denn eines abendlichen Soulkonzertes vorherrschte.

Eine der dienstältesten Soulbands Deutschlands

Solch eine Publikumspassivität war Bandchef Mr. Moose nicht gewohnt. »Vielleicht jetzt etwas Flottes, zum Tanzen«, foppte er sein Publikum wiederholt nach einer sehr rasanten Soulnummer. Aber die Anwesenden applaudierten nur brav, und bis auf ein oder zwei Ausnahmen schwang zwischen Bühne und erster Bankreihe niemand das Tanzbein. Das sollte sich noch ändern.

»Mr. Big Fat Mad Moose & The Soulfamily«, eine der dienstältesten Soulbands Deutschlands, sind keine Unbekannten in Bünde. Am Freitagabend kehrte die Formation voller Spielfreude in die Elsestadt zurück. Mit viel Können und Herzblut spielten die Akteure Klassiker wie »Addicted to Love«, »You can leave your Hat on«, »Respect«, »Sex Machine« oder das legendäre »Soul Man« von den Blues Brothers.

Bünder tauen langsam auf

»Bitte, kommt nach vorne, ich komme mir so einsam vor«, versuchte es Mr. Moose immer wieder – und nach der Pause, mit einsetzender Dämmerung, wurde er langsam erhört. Der Frontmann hatte nicht locker gelassen. Und irgendwann war es dann soweit: Die Bünder drehten zwar nicht völlig durch, aber immerhin wurde jetzt vor der Bühne getanzt und einige Besucher standen klatschend und wiegend neben den Bierzeltgarnituren, anstatt auf ihnen zu sitzen.

Das freute Mr. Moose sichtlich und nach einer angedeuteten Stripteaseeinlage, bei der er immerhin drei Hemdknöpfe öffnete und zehn Zentimeter Wade zeigte, wurde es zum Schluss dann doch noch ein stimmungsvolles und ausgelassenes Soulfest.

Startseite