1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Buende
  6. >
  7. Behindern Tauben den Cordes-Abriss?

  8. >

Zahlreiche Vögel nisten im baufälligen Industriekomplex – Bünder Verwaltung sucht nach Lösung

Behindern Tauben den Cordes-Abriss?

Bünde  (WB). Die Diskussionen um eine vermeintlich zu große Tauben-Population in der Bünder Fußgängerzone haben jetzt die politischen Gremien erreicht. Dabei ging es im Hauptausschuss auch um die Frage, ob die Tiere den geplanten Abriss des Cordes-Gebäudes verzögern könnten.

Daniel Salmon

Im Dachgeschoss des maroden Cordes-Gebäudes sollen laut Tierschutzverein viele Tauben nisten. Foto: Daniel Salmon

Der Tierschutzverein hatte die Stadt auf den maroden Industriekomplex als Rückzugsort und Nistplatz für die Tiere aufmerksam gemacht. »Wir sollten diese Tatsache ernst nehmen. Nicht dass wir nachher wegen der Nester das Gebäude nicht abreißen können«, gab Jochen Simke (SPD) zu Bedenken. Es gebe genügend Beispiele für Verzögerungen bei Baumaßnahmen durch derartige Erkenntnisse.

Gebäude in Teilen einsturzgefährdet

»Daran hatten wir bislang gar nicht gedacht«, räumte Bürgermeister Wolfgang Koch ein. Allerdings könne niemand einfach so das in Teilen einsturzgefährdete Gebäude betreten und die Nester entfernen. »Wir werden uns gedanklich mit der Sache befassen und schauen, ob wir jemanden beauftragen müssen«, sagte Koch.

2600 Unterschriften für Stadttaubenschlag

Angesprochen wurde in der weiteren Debatte auch die von Tierschützern geforderte Errichtung eines Stadttaubenschlages, um das von Geschäftsleuten und Anliegern beklagte »Tauben-Problem« in der Innenstadt zu lösen. Tanja Bültermann, die eine Auffangstation für Wildtauben betreibt, hatte einen entsprechenden Bürgerantrag an die Lokalpolitik gerichtet. Parallel dazu hatte Melissa Tomanek von der Wildtierhilfe Osnabrück eine Online-Petition mit dem selben Ziel gestartet – und immerhin 2600 Unterschriften sammeln können.

Um herauszufinden, ob ein Taubenschlag für Bünde Sinn machen würde, hatte sich Axel Biermann vom Bünder Ordnungsamt bei der Stadt Bielefeld erkundigt. Dort gibt es seit einiger Zeit eine solche Einrichtung. Das Veterinäramt der OWL-Metropole teilte daraufhin mit, dass ein Taubenhaus als geschützter Rückzugsort gegebenenfalls sogar zu einer Vermehrung der Population führen könnte.

Aus Biermanns Sicht sei für Bünde daher zielführender, das Futterangebot zu reduzieren, ein Fütterungsverbot durchzusetzen sowie mögliche Nistmöglichkeiten in der City für die Tiere unattraktiv zu machen. Er merkte zudem an: »Im Stadtkern haben wir höchstens 15 Tiere.« Ein »Tauben-Problem« größeren Ausmaßes gebe es in Bünde nicht. In seiner Sitzung im April will sich der Hauptausschuss erneut dem Thema widmen und dann auch über den Bürgerantrag entscheiden.

Startseite