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Stadt investiert 120.000 Euro in neue Kleidung für die Feuerwehr

Besserer Schutz durch zwei Schichten

Bünde (WB)

Die Sicherheit ihrer Feuerwehrleute lässt sich die Stadt Bünde etwas kosten: Für 120.000 Euro ist neue Schutzkleidung angeschafft worden.

Hilko Raske

Brandmeister Maik Klußmann mit der neuen Schutzkleidung. Die innere Garnitur ist grau, die äußere beige. Foto: Hilko Raske

Die beigefarbenen Anzüge sind eine Neuentwicklung der dänischen Spezialfirma „Viking Live-Saving Equipment“. Die Bünder Feuerwehr ist die erste im Kreis Herford, die damit ausgestattet wird. Getragen wird die neue Einsatzkleidung künftig von den etwa 100 Atemschutzgeräteträgern der heimischen Feuerwehr.

Doch weshalb war eine derartige Investition überhaupt erforderlich? Mark Wippersteg, auf der Hauptamtlichen Feuerwache als Leiter im Bereich abwehrender Brandschutz tätig, nennt gleich eine Vielzahl an Gründen. Bislang hätten Atemschutzgeräteträger, die bei einer Brandbekämpfung an vorderster Front stehen würden, nach Beendigung eines Einsatzes mit der stark verschmutzten, oftmals verrußten Schutzkleidung ins Auto steigen und sich dann in den Feuerwehrhäusern umziehen müssen. Dadurch bestehe die Gefahr, dass Einsatzkräfte mit Schadstoffen kontaminiert würden.

Mit der neuen Schutzkleidung könne dieses Problem jetzt elegant gelöst werden. Denn im Grunde genommen besteht sie aus zwei Anzügen, die mittels Reißverschlüssen und Klett-Elementen eine Einheit bilden würden. „Nach einem Einsatz kann man die äußere Garnitur einfach abstreifen und in einen Wäschesack packen, damit sie gereinigt wird“, sagt Wippersteg. Die innere Garnitur sei wind- und wasserabweisend.

Außerdem seien Atemschutzgeräteträger künftig während eines Einsatzes leicht zu erkennen, da ihre Kleidung statt des üblichen Dunkelblaus nun beigefarben sei. Darüber hinaus würde es sich um ein sogenanntes PBI-Gewebe handeln, das mechanisch und thermisch hoch belastbar sowie widerstandsfähig gegen Säuren, Laugen und organische Chemikalien sei. Und zu guter Letzt erhöhe eine gute Ausrüstung die Motivation der Einsatzkräfte.

Bündes Feuerwehrchef Rüdiger Meier spricht im Zusammenhang mit der Neuanschaffung sogar von einem Paradigmenwechsel. Die Neuanschaffung garantiere, dass die Feuerwehr auch künftigen Herausforderungen gewachsen sein werde.

Halten sollen die 150 Schutzanzüge und 20 äußeren Garnituren, die die Stadt gekauft hat, etwa acht bis zehn Jahre, sagt Carsten Winkler von der Firma Viking. „Das hängt natürlich auch davon ab, ob sie regelmäßig von hauptamtlichen Kräften oder nicht so oft von ehrenamtlichen Feuerwehrleuten getragen werden.“

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