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Tatort nach Bünder Feuerattacke weiter beschlagnahmt – Videoüberwachung geplant – DRK rechnet mit hohen Kosten

Brand-Kita: Wiederaufbau erst im April

Bünde (WB)

.Tage nach dem erneuten Brand auf dem Krempoli-Gelände steht fest: Wohl erst Ende April – und nicht wie erhofft vor Ostern – könnte die Container-Kita wieder aufgebaut sein und in Betrieb gehen. Bis dahin muss das DRK als Betreiber noch einige Hürden meistern

Daniel Salmon

Derzeit bewachen Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma das Areal der Kita Krempoli an der Stauffenbergstraße. In Zukunft will das DRK dort Videokameras installieren lassen, die das Gelände 24 Stunden am Tag im Visier haben. Foto: Daniel Salmon

Noch vor der Feuerattacke von Donnerstag waren die Verantwortlichen davon ausgegangen, dass die Ersatz-Kita in den kommenden Tagen bezogen werden könnte. Doch jetzt ist der Zeitablauf ein völlig anderer.

Am Montag sah sich eine von der Versicherung des Rotkreuz-Kreisverbandes Herford-Land beauftragte Firma die ausgebrannte Containeranlage an. „Die haben sich angeguckt, ob zumindest ein Teil der Container überhaupt noch zu gebrauchen ist. Es kann sein, dass alle Module weg müssen“, erklärt DRK-Kreisverbandschef Wolfgang Koch.

Zwar waren zwei Drittel nicht unmittelbar von dem Feuer oder der enormen Hitzeeinwirkung betroffen. Allerdings zog beispielsweise der Brandrauch durch die gesamte Kita. Dazu kommt: Einige Einrichtungsgegenstände waren in den Containermodulen bereits eingelagert worden. Ob die Möbel noch zu retten sind oder auch entsorgt werden müssen, soll die Firma klären.

Weiterhin bleibt das komplette Kita-Gelände noch von der Kripo beschlagnahmt. Die Beamten kommen laut Koch am Mittwoch noch mal vorbei, um ihre Ermittlungen zur Ursache fortzusetzen. „Für uns steht zwar fest, dass es sich um vorsätzliche Brandstiftung handelt. Welche Brandmittel eingesetzt wurden, steht aber noch nicht fest. Das wollen die Kollegen nun klären“, sagt Kreispolizeisprecherin Simon Lah-Schnier.

Erst wenn die Versicherung und die Polizei das Areal freigeben, könne mit dem Abbau der Container begonnen werden. „Die Container müssen zudem vor Ort entkernt werden, bevor der Abtransport ansteht.“ Und es gibt noch ein weiteres Problem: Die bislang verbauten 2,5-Meter-Module kann das Unternehmen Algeco derzeit nicht bereitstellen. „Wir müssen also auf Container mit einer Breite von drei Metern umschwenken. Die Anlage muss somit in einer veränderten Form neu errichtet werden“, sagt Koch.

Er hofft, dass das DRK dafür beim Bauamt keine neue Baugenehmigung beantragen muss. Zudem muss das DRK im Rathaus für eine Verlängerung der Sondernutzung einiger Britenhäuser vorsprechen, in denen die 125 Krempoli-Kinder seit dem ersten Brand der Einrichtung vom vergangenen Oktober betreut werden. Die Frist läuft zum 15. März aus. „Allerdings kann Algeco frühestens zum 6. April mit dem Neuaufbau beginnen. Und vor dem 15. April können wird die Anlage somit nicht übergeben. Und die Kita einrichten müssen wir ja schließlich auch noch“, betont Koch. Unlängst hatte Bürgermeisterin Susanne Rutenkröger betont, das DRK in allen Angelegenheiten, die den Wiederaufbau der Kita Krempoli betreffen, unterstützen zu wollen.

Herausstellen muss sich noch, in welcher Höhe die DRK-Versicherung den Schaden ausgleicht. „Wir müssen schauen, wie teuer das alles wird. Vor allem wenn die Versicherung nur einen Teil übernimmt. Das könnte sonst die Leistungsfähigkeit des DRK-Kreisverbandes übersteigen. Wir haben aus eigenen Mitteln nach dem ersten Brand bereits einen sechsstelligen Betrag beigesteuert“, erklärt Wolfgang Koch. Zwar lobt er ausdrücklich die große Spendenbereitschaft. „Aber wir müssen eine ziemliche Summe stemmen, wenn wir den Kita-Betrieb nahtlos fortführen wollen.“ Anfang kommender Woche will sich der Vorstand treffen und einen Zeit- und Kostenplan aufstellen.

Fünf bis sechs Kameras sollen kommen

Beim DRK-Kreisvorstand wird in einigen Tagen auch über das Thema Sicherheit gesprochen. Laut Wolfgang Koch habe das DRK bei zwei Sicherheitsunternehmen aus Bünde und Bielefeld Angebote für eine umfangreiche Kameraüberwachung angefordert. „Wir stellen uns vor, dass das komplette Gelände ständig von fünf bis sechs Kameras überwacht wird. Sowohl die neue Container-Anlage als auch der im Oktober abgebrannte Komplex sollen ins Visier genommen werden“, erklärt der Kreisverbandsvorsitzende. Zudem sei wichtig, dass die Kameras direkt auf eine Leitstelle geschaltet werden, die alles, was auf dem Gelände passiert, im Blick hat. Wie Koch betont, war bereits vor dem neuerlichen Brand eine Kamera an der Containeranlage installiert worden. „Die hatte aber die eisigen Temperaturen des Wintereinbruchs nicht überlebt und war kaputtgegangen – einige Tage vor der letzten Brandstiftung.“

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