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Bünder Stadtbibliothek bereitet sich auf mögliche Öffnung vor

Bücher müssen zwei Tage in Quarantäne

Bünde (WB). Wann die Bünder Stadtbücherei ihre Türen wieder für Publikumsverkehr öffnet, steht zwar noch nicht fest. „Wir arbeiten aber an entsprechenden Konzepten in Einklang mit den nötigen Hygienemaßnahmen“, sagt Bibliotheksleiterin Ina Reßler. Unter anderem müssen zurückgegebene Bücher zunächst in Quarantäne.

Daniel Salmon

Auf einem Rollwagen lagern Büchereileiterin Ina Reßler und ihr Team die „Quarantäne-Bücher“ 48 Stunden lang, bevor sie wieder in den Bestand kommen. Foto: Daniel Salmon

Zwar werden alle entliehenen Medien von Reßler und ihren vier Mitarbeitern derzeit automatisch verlängert. Mancher Leser gibt seinen Roman, Krimi oder Liebes-Schmöker dennoch bereits am Büchereieingang wieder ab. „Diese Bücher kommen derzeit nicht ins Rückgaberegal, sondern werden auf einem Wagen gesondert gelagert – und zwar jeweils für 48 Stunden. So lange können sie auch nicht erneut an Nutzer herausgegeben werden“, so die 34-Jährige, die darauf hinweist, dass Medien seit der vergangenen Woche wieder „regulär“ ausgeliehen werden können und sich der Service der Bücherei seither nicht mehr nur auf die Online-Ausleihe von E-Books beschränkt. Ob und wie Medien auch desinfiziert werden müssen – als zusätzlich Maßnahme zur Quarantäne oder als Ersatz –, werde noch geprüft.

Fünf Personen gleichzeitig

Öffnet die Bücherei schließlich, dürfen zunächst nur wenige Benutzer das Gebäude gleichzeitig betreten. „Unsere Räumlichkeiten sind sehr beengt. Wir haben ja nur rund 300 Quadratmeter Platz und die Gänge zwischen den Regalen sind teilweise nicht sehr breit“, sagt Ina Reßler. Zwar habe man einige Bereiche in der Bibliothek umgeräumt, um mehr Platz zu schaffen und so die Abstandsregelungen einhalten zu können. „Aber mehr als fünf Personen auf einmal können wir dann nicht hereinlassen. Vor allem in der Abteilung für Erwachsene würde es zu voll werden, würden wir noch mehr Personen hereinlassen.“ Vermutlich, so die Büchereileiterin, werde es auch eine „Einbahnstraßen-Regelung“ geben, so dass die Nutzer die Gänge zwischen den Regalen nur in eine Richtung passieren dürfen.

Derzeit warten anscheinend viele Bünder darauf, der Bibliothek endlich wieder einen Besuch abstatten zu können. „Vor allem am Dienstag hatten wir echt viele Anrufe deswegen. Scheinbar denken die Leute, weil die Ladengeschäfte wieder aufmachen dürfen, wir auch bereits wieder öffnen“, sagt Ina Reßler. Sie hofft darauf, dass es in den kommenden Wochen tatsächlich endlich so weit sein wird.

Corona-Zwangspause genutzt

Genug zu tun hatten die Büchereileiterin und ihr Team auch währen der mittlerweile fünf Wochen andauernden Zwangsschließung wegen der Corona-Pandemie. „Wir haben viel erledigen können, was wir sonst im regulären Alltagsgeschäft nicht so schaffen“, sagt Reßler. Unter anderem konnten neue Medien bestellt werden. Zudem zog der Kinderbuch-Bereich jetzt komplett in den ehemaligen Tresorraum des alten Gebäudes der Landesbank um, in dem die Bücherei untergebracht ist. „Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Wir haben alles neu gestrichen, der Bereich ist nun wirklich sehr hell und einladend“, so die Bibliotheksleiterin.

Vorbestellung per Mail

Erst seit letzter Woche ist die Ausleihe „richtiger“ Bücher bei der Bibliothek wieder möglich. Per Mail an [email protected] können Nutzer seither bis zu fünf Medien aus dem Online-Katalog der Bücherei auswählen, die dann vom Bücherei-Team herausgesucht werden. Der Besteller erhält dann eine Rückmeldung und ein Abholtermin an der Eingangstür wird vereinbart.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, die Online-Angebote der Bücherei – wie die Onleihe OWL oder den Musik-Streamingdienst freegal music – zu nutzen. Interessierte, die noch keinen gültigen Büchereiausweis besitzen, können unbürokratisch einen Zugang beantragen und bis zur Öffnung der Bücherei kostenlos nutzen. „Allein im März ist die Anzahl der entliehenen E-Books um gut ein Drittel gestiegen“, informiert Büchereileiterin Ina Reßler.

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