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Norbert Darnauer (UWG) will Bürgermeister werden

„Bünde als attraktive Stadt erhalten“

Bünde (WB). Sich nicht durch Ideologien festlegen lassen, sondern mit Blick auf die örtlichen Gegebenheiten immer ganz pragmatisch vorgehen – so beschreibt Norbert Darnauer sein Verständnis von Kommunalpolitik. Der 55-Jähriger tritt für Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) als Bürgermeisterkandidat an. Damit ist er der Fünfte, der seinen Hut in den Ring wirft und Nachfolger von Amtsinhaber Wolfgang Koch (CDU) werden möchte.

Hilko Raske

Norbert Darnauer ist von der Unabhängigen Wählergemeinschaft einstimmig als Bürgermeisterkandidat nominiert worden. Für den Kommunalpolitiker ist es wichtig, Bünde als liebens- und lebenswerte Stadt zu erhalten. Foto: Hilko Raske

Auf Bundesebene und im NRW-Landtag spielt die UWG nicht wirklich eine Rolle. Das muss aber kein Nachteil sein, betont Darnauer. Man müsse Entscheidungen, die in Berlin oder Düsseldorf getroffen werden, nicht aus parteipolitischen Gründen mittragen oder vor Ort schmackhaft machen. Beispiel Ölheizung.

Gasleitungen verlegen lassen

„Die Bundesregierung hat beschlossen, dass Ölheizungen ab 2026 nicht mehr eingebaut werden dürfen. Die UWG hat nachgefragt, wie viele Haushalte in Bünde davon betroffen sein werden – etwa 1600 bis 1800 sind es. Diese Leute werden irgendwann ein Problem haben und müssen einen neuen Brennkessel einbauen. So etwas kostet etwa 10.000 Euro. Insgesamt müssen Haushalte in Bünde also 16 bis 18 Millionen Euro investierten – und das bei einer marginalen CO2-Einsparung.“

Etliche Haushalte in Dünnerholz oder Reinkenort hätten aktuell nicht einmal die Möglichkeit, eine Gastherme installieren zu lassen, weil die entsprechenden Leitungen gar nicht existierten. Nun könne er, wenn er Bürgermeister wäre, die Gesetzgebung aus Berlin nicht ändern. „Aber wir haben uns bei der EWB erkundigt, ob nicht doch die entsprechenden Gasleitungen verlegt werden könnten. Und siehe da, es ist möglich.“

Lebendige Innenstadt erhalten

Ganz oben auf der Agenda von Darnauer: Bünde als liebenswerte Stadt. „Bünde ist eine attraktive Stadt und verfügt über eine gute Infrastruktur. Das muss aber auch so bleiben.“ In der Vergangenheit sei vieles mit den Stimmen der UWG auf den Weg gebracht worden – „Bünde besitzt beispielsweise eine hervorragende Schullandschaft.“ Wichtig sei ihm aber auch eine lebendige Innenstadt.

„Es muss unser Ziel sein, diese attraktive Innenstadt mit einer Vielzahl an Fachgeschäften zu erhalten. Wir müssen diese kleinen Läden fördern und unterstützen. Deshalb trete ich für verkaufsoffene Sonntage ohne Anlassbezug – also ohne Kopplung an ein Stadtfest – ein, um dem heimischen Einzelhandel zu helfen.“ Das Vorgehen beispielsweise der Gewerkschaft Verdi gegen anlassfreie verkaufsoffene Sonntage habe keinen Bezug zur Lebensrealität.

Finanzen im Blick behalten

Stichwort „weiche Standortfaktoren“: „Wenn wir wollen, dass man gerne in Bünde lebt, müssen wir für Einrichtungen wie das Museum, die Musikschule oder die Bäder eintreten.“ Eine Stadt sei mehr als nur ein reiner Wohnort. Das erfordere, dass man diese Einrichtungen auch finanziell unterstütze. „Davon trägt sich nichts alleine. Das wissen wir alle.“

Natürlich setze das gesunde Stadtfinanzen voraus. Die seien vor der Corona-Krise solide gewesen. „Was nun auf uns zukommt, ist ein Hammer. Wir müssen mit massiven wirtschaftlichen Einbrüchen rechnen. Das wird uns noch als Herausforderung in den nächsten Jahren begleiten.“ Deshalb müsse man vor Ort zusehen, dass die Wirtschaft wieder in Gang komme beziehungsweise bleibe.

Wird es in diesen besonderen Zeiten überhaupt Kommunal- und Bürgermeisterwahlen am 13. September geben? „Aus meiner Sicht spricht nichts gegen eine Wahl zu diesem Zeitpunkt“, so Darnauer.

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