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Nach Kita-Brand: Lösung für Unterbringung während der Neubauphase gefunden – Ratsdebatte um Unterstützung für das DRK

Container-Kita entsteht neben Krempoli-Gelände

Bünde (WB)

Fünf Gruppen der abgebrannten DRK-Kita Krempoli sollen bis zur Fertigstellung des Neubaus in Containern auf einem Nachbargrundstück betreut werden. „Das ist die beste Lösung für die Kinder, deren Eltern und die Mitarbeiter“, sagt Wolfgang Koch, Vorsitzender des Rotkreuzverbandes Herford-Land. Kostenpunkt: etwa 637.000 Euro

Daniel Salmon

Auf der Wiese vor der abgebrannten Kita Krempoli Foto: Daniel Salmon

Eine weitere Gruppe wird in dem durch das Feuer am 31. Oktober nicht in Mitleidenschaft gezogenen Teil des Familienzentrums untergebracht. „Die Brandschutztür zu den Räumen hat dichtgehalten, Löschwasser ist auch keines eingedrungen“, erklärt DRK-Kreisgeschäftsführer Michael Honder.

Derzeit erstellt ein Architekt Pläne für den Neubau auf dem alten Gelände an der Stauffenbergstraße. Dieser soll – wie die frühere Kita auch – für sechs Gruppen und 125 Kinder ausgelegt sein. „Wir hoffen, dass wir zum Kitajahr 2022/23 das neue Gebäude einweihen können“, sagt Honder. Das DRK rechnet mit einer Bauzeit von 18 Monaten. Bereits seit Wochen sind Arbeiter mit dem Abriss der abgebrannten Gebäudeteile beschäftigt.

Anfang Januar 2021 sollen auf dem Areal zunächst ein Schotterfundament für die Container errichtet und die Ver- und Entsorgungsleitungen verlegt werden. Mitte Februar sollen die Krempoli-Kinder dann in die Kita auf Zeit einziehen. Bislang wird ein Großteil der Mädchen und Jungen in vier Häusern der ehemaligen Hunnebrocker Britensiedlung betreut. Diese Notlösung wird allerdings nur bis zum 15. Februar geduldet. Der Grund: Wegen des nicht ausreichenden Brandschutzes könnten die Obergeschosse der Reihenhäuser nicht mehr genutzt werden. Und in den Untergeschossen ist nicht genug Platz für alle Kita-Kinder.

Händeringend hatte das DRK daher nach einer Alternativ-Unterbringung gesucht. „Wir hatten unter anderem die alte Bierener Grundschule ins Auge gefasst, dafür hätten wir aber einen Fahrdienst einrichten müssen“, so Wolfgang Koch. Und eine Verteilung der Kita-Gruppen auf mehrere Standorte schied aus organisatorischen Gründen aus, sodass nur die Container-Lösung übrig blieb. „Diese Variante wird auch unseren pädagogischem Anspruch am besten gerecht“, betont Sandra Weidlich, stellvertretende DRK-Kreisgeschäftsführerin.

Problematisch zeigte sich zunächst Finanzierung: Die Feuerversicherung des DRK übernimmt die Kosten für die Interimslösung nicht in voller Höhe. Um die Finanzierung abzusichern, hatte der Kreisverband bei Stadt Bünde einen Antrag auf einen Zuschuss in Höhe von maximal 150.000 Euro gestellt, der dem Roten Kreuz quasi als „Rückendeckung“ dienen soll.

Während CDU und FDP im Bünder Stadtrat vorbehaltlose Unterstützung für die Bereitstellung der städtischen Gelder für die Krempoli-Container-Lösung signalisierten, wollte Grünen-Fraktionschefin Stefanie Janßen-Rickmann im Vorfeld der Abstimmung noch einiges geklärt haben.„Ich haben den Eindruck, die Container sind eine Wunschlösung des DRK, die über den Minimalanforderungen liegt.“ Zwar wolle ihre Partei dem Antrag zustimmen, Janßen-Rickmann schlug aber vor, zumindest ein Angebot eines weiteren Anbieters für die Aufstellung einer Containeranlage einzuholen. „Wir sind als Stadt zwar verpflichtet, Kita-Plätze bereitzustellen, aber wir sprechen auch über viel Geld.“ AfD und SPD sahen das ähnlich.

Daraufhin ergriff Wolfgang Koch das Wort. Die Annahme Janßen-Rickmanns, bei den Containern handele es sich um eine DRK-Wunschlösung, wies er vehement zurück. Seit dem Brand habe das Rote Kreuz mit Hochdruck daran gearbeitet, ein pädagogisch und wirtschaftlich tragbares Konzept für die Kita auf die Beine zu stellen.

Koch betonte: „Wir sind hier nicht als Bittsteller aufgetreten. Wir erfüllen mit der Kinderbetreuung immerhin eine Pflichtaufgabe der Kommune.“ Er hob hervor, dass das DRK sehr wohl mehrere Angebote in der Sache eingeholt habe. „Und das günstigste haben wir ausgewählt. Nun haben wir die Stadt um eine finanzielle Rückendeckung gebeten. Allerdings gehen wir davon aus, dass wir einen Großteil des Geldes – möglicherweise alles – noch nicht mal in Anspruch nehmen müssen. Und wenn jetzt eine Entscheidung in der Sache verzögert wird, weil man dem DRK diese „Wunschlösung nicht gönnt“ dann möge die Stadt Bünde ab dem 15. Februar selbst dafür sorgen, wo sie 125 Kinder unterbringt“, echauffierte sich Koch.

Die Ansprache des Ex-Bürgermeisters zeigte Wirkung. Janßen-Rickmann zog ihre Einwände zurück, verwies aber darauf, dass ihr entsprechende Infos nicht vorgelegen hätten. Der Rat gab dem DRK-Antrag dann statt.

„Uns ist nach der Sitzung ein Felsbrocken vom Herzen gefallen. Wir freuen uns nun darauf, bald wieder an die Stauffenbergstraße umzuziehen und den Bau der neuen Kita beobachten zu können“, so Krempoli-Leiterin Heike Werges, die sich zugleich bei der Kita-Elternschaft für deren Engagement und Verständnis in dieser nicht einfach Zeit bedankte.

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