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Neue Museumsausstellung widmet sich den Meeren – Eröffnung am 15. Dezember

»Das Blau unseres Planeten«

Bünde  (WB). »Endlose Weiten und lichtlose Tiefen – das Blau unseres Planeten«: Das ist der Titel einer Ausstellung, die am 15. Dezember im Bünder Dobergmuseum eröffnet werden soll. Die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren.

Hilko Raske

Museumsleiter Michael Strauß mit dem Schädel eines Grindwals. Diese Walart kann bis zu acht Meter lang werden. In europäischen Gewässern ist der Wal fast überall anzutreffen. Foto: Hilko Raske

»Unser Planet ist zu 70 Prozent von Meeren bedeckt. Allein das verdeutlicht schon ihren Stellenwert. Aber nicht allein die reine Fläche macht sie so wichtig – ihr Einfluss auf das globale Klima ist immens. Ohne den Golfstrom beispielsweise würden wir in Deutschland frieren, darüber hinaus nehmen die Meere ungeheure Mengen an CO2 auf«, gibt Museumsleiter Michael Strauß eine Vorstellung davon, wie bedeutsam, aber umfangreich das Thema der Ausstellung ist. Das Klima sei aber nur ein Aspekt.

Seltene Fossilien aus Museumsmagazin

Genauso wichtig sei die Entstehungsgeschichte, die Meere als erdgeschichtlicher Lebensraum. »Wir haben in unserem Magazin unglaubliche Schätze an fossilen Meerestieren, die wir in der Ausstellung zum Teil erstmals einem großen Publikum zeigen können.« Damit meine er allerdings nicht etwa die Seekuh oder den Zahnwalschädel, die sich in der Dauerausstellung zum Doberg befinden. So würden in der neuen Ausstellung etwa zwei Milliarden alte Versteinerungen früher Zellen präsentiert oder eine Sammlung aus dem Solnhofener Plattenkalk, der bekannt sei als eine der bedeutendsten Fossillagerstätten. »Hier wurden zum Beispiel alle bisher bekannten Exemplare des als ›Urvogel‹ bezeichneten Archaeopteryx, ein gefiederter Dinosaurier, gefunden«, so Strauß. Diesen Urvogel werde man allerdings nicht im Museum präsentieren können, bedauert er.

Hilfe von Kooperationspartnern

Ohne Kooperationspartner hätte sich die neue Ausstellung nicht realisieren lassen, stellt der Museumsleiter klar. Strauß nennt hier den Förderverein für das Dobergmuseum, den Paläontologischen Arbeitskreis Bünde, die »Küsten Union Deutschland«, den Naturschutzbund (Nabu) sowie das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium und die Erich-Kästner-Gesamtschule. Mit dem Naturschutzbund könne man auf einen virtuellen Tauchgang durch die Ostsee gehen und die »Küsten Union Deutschland« würde sich mit dem Sonderthema »Plastikmüll im Meer« auseinandersetzen. Die heimischen Schulen seien mit zwei Beiträgen in der Ausstellung vertreten. »Das Gymnasium will das Ökosystem Meer anhand des Wattenmeeres erklären. Und die Gesamtschule stellt ein Jugend-forscht-Projekt vor, bei dem es um die Beseitigung von Plastikmüll aus den Meeren geht.«

Die Ausstellung werde im gesamten Erdgeschossbereich des Dobergmuseum präsentiert. »Auf mehr als 300 Quadratmetern erleben Besucher dabei eine Reise in die Welt der Meere bis weit in die Vergangenheit«, so Strauß. Man wolle die Bedeutung der Meere umfassend darstellen, aber auch die Schattenseiten der Nutzung durch den Menschen. Gezeigt wird die Ausstellung bis zum 17. Mai 2020.

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