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Hücker Moor vom Schnee bedeckt – Stadt Spenge warnt dafür, die Fläche zu betreten – keine Parkmöglichkeiten

„Das Eis ist noch viel zu dünn“

Spenge (WB)

Es ist ganz still am Hücker Moor, Schnee bedeckt die dünne Eisfläche. Noch sind nirgends Fußspuren zu sehen. Nach mehreren Nächten Dauerfrost mit bis zu minus 17 Grad sind die ersten Anfragen bei der Stadt Spenge aber eingegangen: „Können wir schon aufs Hücker Moor zum Schlittschuh-Laufen?“

Kathrin Weege

Eine ruhige Idylle: Vom Wasser am Hücker Moor ist aktuell nichts zu sehen. Jede Menge Schnee liegt auf der dünnen Eisschicht. Foto: Peter Schubert

Eine ganz klare Antwort hat Doris Bartelheimer von der Stadtverwaltung parat: „Auf keinen Fall, die Eisdecke ist noch viel zu dünn!“ Sie weist darauf hin, dass es zu keiner Zeit eine offizielle Freigabe seitens der Stadt Spenge geben werde. „Beim Hücker Moor handelt es sich schließlich um Privateigentum“, sagt sie.

Weil die Temperaturen laut Wetterbericht deutlich unter null Grad bleiben werden, wird die Eisschicht mit jedem Tag dicker. Zuletzt war das Hücker Moor 2013 so stark zugefroren, dass die Spenger darauf Schlittschuh fahren konnten, erinnert sich Bartelheimer.

Wer die Schnee-Idylle optisch genießen möchte, muss einen weiten Fußmarsch in Kauf nehmen. Der Bünder Hobby-Fotograf Peter Schubert war vor Ort.„Die Straßen sind nicht geräumt und auf den Parkplätzen der Gaststätten kann man wegen der Schnee-Massen nicht halten.“

Damit eine Eisschicht hält, muss sie auf stehenden Gewässern mindestens 15 Zentimeter dick sein. „Bei fließenden sogar 20“, weiß Karola Finke-Weber, Vorsitzende der DLRG Bünde. Sie hat auch schon Fußspuren auf dem Teich im Bünder Steinmeisterpark gesehen. „Das ist ganz gefährlich, weil in der Mitte um die Fontäne noch das Wasser zu sehen ist“, sagt sie.

Sie warnt, dass Kinder selber gar nicht einschätzen können, wie dick eine Eisschicht wirklich ist. „Erwachsene können beispielsweise vorsichtig einen Nagel am Rand ins Eis schlagen, um die Stärke der Schicht zu überprüfen“, erklärt die DLRG-Vorsitzende.

Sind noch dunkle Stellen im Eis zu sehen, ist höchste Vorsicht angesagt: „Hier ist die Schicht sehr dünn und man kann noch das Wasser erkennen“, weiß die Bünderin. Außerdem solle man an Ein- und Ausflüssen in Teiche besonders achtsam sein, denn hier sei das Eis in der Regel deutlich dünner. Gleiches gelte, wo Gestrüpp ins Wasser rage.

Eigentlich müssen Eisflächen freigegeben werden, bevor sie betreten werden dürfen. Weil viele Teiche in Privatbesitz sind, ist das für die Ordnungsämter nur schwer möglich. In der Stadt Spenge ist das Betreten der Eisfläche am Hücker Moor verboten, genauso wie auf den Gewässern in Bünde.

Schlittschuhfahren sehen auch die Naturschützer in der Region eher kritisch, weil Fische und andere Lebewesen im Wasser aufgeschreckt werden.

Hilfe im Notfall

Kommt es zum Unglück und jemand bricht ein, sollten Helfer das Eis auf keinen Fall stehend betreten, sondern auf dem Bauch liegend eine Rettungskette bilden. „Und den im Wasser Festsitzenden mit einem zugeworfenen Hilfsmittel – es tut auch ein Jackenärmel – herausziehen“, rät Karola Finke-Weber. Kinder könnten andere Kinder in der Regel nicht retten. „Dann sollte schnell Hilfe über die 112 gerufen werden“, sagt die Bünderin. Nach der Rettung muss schnell eine warme Decke her. „Steht die nicht zur Verfügung, sollte einer der Anwesenden seine Jacke abgeben“, sagt Finke-Weber.

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