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Amtsgericht Bünde verhandelt gegen 42 Jahre alte Schmuckhändlerin wegen Betrugs

Das sieht doch echt aus

Bünde (HK). Abzocke im Internet ist immer wieder ein Thema am Bünder Amtsgericht. Seit Montagmorgen wird dort gegen eine 42-Jährige wegen mehrfachen Betrugs verhandelt. Laut Anklageschrift soll die Frau in einem Zeitraum von knapp einem Jahr auf diversen Online-Portalen billigen Modeschmuck als echten Gold- und Silberschmuck verkauft haben. Dabei habe sie einen Gewinn von fast 2500 Euro gemacht.

Carolin Bittner

Echter Schmuck oder nur Modeschmuck? Eine 42 Jahre alte Frau aus Bünde hat es damt nicht ganz so genau genommen. Foto: dpa

Doch davon, dass verkaufter Schmuck angeblich nicht echt gewesen sein soll, will die Bünderin angeblich nichts gewusst haben. Doch woher stammten Ketten, Ringe und Co. überhaupt? Nachdem 2018 die Großmutter der 42-Jährigen gestorben war, habe sie den gesammelten Schmuck aus dem Erbe verkaufen wollen, um den Gewinn anschließend zu spenden.

Deshalb, so führte die Frau auf der Anklagebank aus, habe sie die Schmuckstücke untersucht und den Wert und die Echtheit der Stücke nach eigenem Ermessen bewertet. Die professionelle Meinung eines Juweliers zum Wert des Schmuckes habe sie nicht eingeholt. Im Laufe der Zeit habe es dann immer wieder Reklamationen gegeben, bei denen die Kunden beanstandeten, dass die gekauften Ware nur billiger Modeschmuck sei.

Juweliere legen Beweise vor

In zwei der insgesamt zehn von der Anklage aufgeführten Fälle gab es denn auch Gutachten von Juwelieren, die die Anschuldigungen beweisen konnten. Da es allerdings bei den meisten Fällen keine eindeutigen Beweise gab, dass der Schmuck nicht echt sei, habe sie die Ketten und Ringe weiterhin ohne vorherige Prüfung verkauft.

Der Richter bezweifelte, dass die Angeklagte nur aus Unwissenheit gehandelt habe. Denn nach mehreren Beschwerden hätte man einmal überprüfen müssen, was man verkauft habe. Ein Urteil fiel am Montag allerdings nicht: Das Gericht beauftragte noch einen Sachverständigen, der den Schmuck auf Echtheit überprüfen soll. Gegebenenfalls sollen zum Fortsetzungstermin noch Zeugen geladen werden.

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