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Hobby-Fotograf Peter Schubert: „Das Männchen kehrt schon zum neunten Mal in den Host im Elsebruch zurück“

Das Storchenpaar ist eingeflogen!

Bünde (WB)

Als hätten sie direkt hinter der Kältefront gewartet: Passend zu den frühlingshaften Temperaturen sind die Störche in Bünde und Umgebung nahezu alle gleichzeitig eingeflogen. Das hat Hobby-Fotograf Peter Schubert beobachtet. „Am Freitagmittag habe ich erstmals auf dem Nest im Elsebruch einen Storch gesehen. Der war aber bunt beringt, da wusste ich gleich: Das ist noch keiner von unseren“, meint der Bünder.

Kathrin Weege

Na, wer hat hier im Horst im Elsebruch wohl das Sagen? Ganz klar das Weibchen (links im Foto). Anders als das Männchen ist es nicht beringt am Bein. Foto: Peter Schubert

Als er am Samstag wieder zum Nest kommt, wird er Zeuge einer Storchen-Auseinandersetzung hoch oben im Horst. „Scheinbar ging unser bekanntes Männchen als Sieger daraus hervor, denn später war nur noch dieses dort zu sehen“, sagt Schubert. Es ist bereits das neunte Jahr, in dem das Männchen das Nest nahe der Reitanlage Wellmann aufsucht. Das sei schon außergewöhnlich. Zwar seien die Tiere sehr nesttreu, aber natürlich verletzten sich manche auf ihrer Reise gen Süden und verendeten.

Dass es sich aber ganz sicher um den bekannten Vogel handelt, kann Schubert an der Nummer des Rings am Bein erkennen. Da er auf dem Weg zu seiner Arbeit immer am Horst im Bruch vorbeikommt, hat Schubert auch das Weibchen schon am Montag gesichtet. „Andere Beobachter meldeten die Ankunft bereits am Sonntag“, sagt er.

Insgesamt kommen die Tiere immer früher zurück aus dem Süden – dieses Mal ganze vier Wochen. Eine Entwicklung, die schon die letzten Jahre zu beobachten gewesen sei. „Das liegt unter anderem auch daran, dass sie gar nicht mehr bis nach Afrika ziehen, sondern bereits in Italien oder Frankreich Station machen“, weiß Peter Schubert. Berichten zufolge, würden sie in Frankreich unter anderem auf dort offenen Mülldeponien ausreichend Nahrung finden.

Wiedervereint sucht das Storchenpaar aus dem Bruch im Schmelzwasser nach Nahrung. Foto: Peter Schubert

„Sie scheinen sich selber zu sagen: ‚Warum also dann den weiten Weg bis Afrika fliegen?‘“, sagt Schubert mit einem Augenzwinkern.

Auch wenn die Vögel immer früher in den Kreis Herford zurückkehren: An ihre Brutzeiten halten sie sich dennoch. „Anfang Mai erfolgt die Eiablage, etwa vier Wochen später schlüpfen die ersten Küken“, erklärt Schubert. Beim Nest im Elsebruch waren es im vergangenen Frühling zunächst drei Jungen, allerdings war eines aus dem Nest gefallen oder von den Eltern möglicherweise wegen Mangel an Nahrung aus dem Horst geworfen worden. Am Ende zog das Paar zwei Junge auf.

„Das warme Wetter war wie ein Startschuss in die Storch-Saison. Auch das Paar aus Ahle ist schon da“, hat der Hobbyfotograf gesehen, auch wenn er in das Nest in der Nähe des Tierheims nur schwer Einblick bekommt, da es etwas versteckt liegt. Die Tiere aus Hiddenhausen überwintern sogar vor Ort und ziehen gar nicht nach Süden.

Am Hücker Moor und in Enger scheint der Storch allerdings noch nicht eingetrudelt zu sein. „In Spenge habe ich zwar schon verschiedene Tiere gesehen, aber nicht den eigentlichen Nestbewohner“, verrät der der Bünder, der immer mal wieder den Nachwuchsfotografen Lasse Hölscher (11 Jahre) aus Bünde mitnimmt. Beide sind jetzt schon gespannt, wann die letzten Schwarz-Weiß-Gefiederten eintreffen und wie viele Junge es wohl in dieser Saison im Elsebruch und überhaupt im Kreis Herford geben wird.

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