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Ärzteinitiative MuM stellt Lotsenprojekt vor – feste Sprechzeiten geplant

Demenz: Selbsthilfegruppe gewünscht

Bünde  (WB). Eine Demenzerkrankung verändert alles – nicht nur für den Betroffenen, sondern auch für dessen Familie und sein Umfeld. Denn oftmals ist es der Partner, sind es die Angehörigen, die sich um den Kranken kümmern und ihn pflegen. Und genauso häufig kommt es vor, dass sie sich überfordert oder gar allein gelassen fühlen. Diesen Menschen will die Ärzteinitiative „Medizin und Mehr” (MuM) helfen. Unter der Federführung des Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe Demenz in der Alzheimer-Beratungsstelle Enger wird deshalb für Bünde ein Demenzlotsen-Projekt ins Leben gerufen. Start des Beratungsangebotes ist am 16. Januar.

Hilko Raske

Stellen das Demenzlotsen-Projekt vor (von links): Viktoria Vicino (MuM), Günter Niermann, Karin Alex, Sara Gorwa und Beate Kara (beide MuM-Mitarbeiterinnen) sowie MuM-Geschäftsführerin Annette Hempen. Foto: Hilko Raske

“Wir wollen Patienten, aber auch Angehörige zu denen bringen, die Hilfe bringen”, sagt MuM-Geschäftsführerin Annette Hempen. Dabei sei vor allem die regionale Versorgung, die Hilfe vor Ort ein Anliegen der Ärzteinitiative. MuM setze auf Kooperationspartner, den Austausch und nicht zuletzt auch ehrenamtliches Engagement. Bei dem Demenzlotsenprojekt wird MuM von zwei ausgewiesenen Experten unterstützt: Karin Alex und Günter Niermann.

Beide wollen Wege aufzeigen, wie Menschen mit einer Demenz, aber auch deren Angehörige Hilfe und Unterstützung finden – beispielsweise durch Besuchsdienste oder hauswirtschaftliche Helfer, die als Entlastungsangebot dienen können. Und sie wollen als Ansprechpartner Menschen und Institutionen, die Fragen zur Demenz haben, direkt vor Ort unterstützen.

„Unser Ziel ist es, die Menschen dabei mitzunehmen – und zwar auch mit und für die Angehörigen”, betont Niermann. Gleichzeitig gelte es, Trägerinteressen – also beispielsweise von Krankenkassen – nach hinten zu stellen.

Schon jetzt gebe es etliche Angebote, „aber die müssen auch bekannt sein”. Insoweit sei es wichtig, dass neben den an Demenz Erkrankten und deren Angehörigen auch Ärzte davon erfahren würden. „Diese ehrenamtliche Arbeit muss deutlich besser herausgestellt werden, um den künftig wachsenden Herausforderungen zu begegnen”, sagt Niermann.

Zudem soll mit öffentlichkeitswirksamen Projekten für das Thema Demenz sensibilisiert werden. „Denkbar und auch gewünscht ist, dass aus unserem Angebot heraus eine Selbsthilfegruppe Demenz Bünde von pflegenden Angehörigen entsteht.”

Die Ehrenamtlichen verstehen sich als Ergänzung zu professionellen Hilfs- und Unterstützungsangeboten für zuhause. In Bünde wollen sie nach dem Auftakt am 16. Januar jeweils jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat von 10 bis 12 Uhr im MuM-Gebäude (Viktoriastraße 19) feste Sprechzeiten anbieten. Dabei können die Demenzlotsen bereits jetzt auf bestehendes Informationsmaterial verweisen: „Kraftquellen in der Demenz” heißt ein Flyer, in dem Informations- und Beratungsangebote in den Kommunen des Kreises aufgelistet werden. Ziel ist die interkommunale Vernetzung der bestehenden Angebote. Nach der Alzheimer-Beratungsstelle Enger und dem Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe Demenz im Haus Stephanus (Hiddenhausen) wäre die Demenzberatung in Bünde das dritte derartige ehrenamtliche Angebot im Kreis Herford.

Für die Ärzteinitiative ist dieses Projekt ein weiterer Baustein in Sachen Hilfe für an Demenz Erkrankte. So strebt Bünde eine Verbesserung der Informationen über örtliche und regionale Angebote zur Demenzversorgung an – und zwar in Kooperation mit dem heimischen Ärztenetzwerk.

Geplant ist eine digitale Plattform mit Informationen zur Erkrankung und Angeboten zur Demenzversorgung im Bünder Raum. »Das Besondere daran ist, dass sich diese digitale Plattform nicht nur an Betroffene und Angehörige richtet, sondern auch an Ärzte und medizinisches Fachpersonal«, betont Sozialamtsleiter Stefan Bohnhorst bei der Vorstellung im Sozialausschuss (die BZ berichtete exklusiv).

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