Peter Schubert fotografiert Tiere im ganzen Kreis Herford – neuer Horst in Spenge erstmalig belegt

Die Storchenkinder sind geschlüpft!

Bünde (WB). Wenn er auf Storchentour geht, hat er seine Kamera immer dabei: Peter Schubert beobachtet die Tiere von dem Moment an, wenn sie aus dem Süden zurückkehren. Ein Höhepunkt im Storchenjahr ist immer das Schlüpfen der Küken.

Kathrin Weege

Das Nest im Elsebruch: Hier hockt das Männchen mit den beiden Küken im Nest. Im Gegensatz zum Weibchen ist das männliche Tier beringt und daher eindeutig auf den Fotos erkennbar. Foto: Peter Schubert

Besonders am Herzen liegt Schubert der Horst im Elsebruch auf dem Gelände der Reitanlage Wellmann. „Dort sind zwei Junge im Nest“, hat der 63-Jährige beobachtet. „Ursprünglich waren es mal drei. Am Himmelsfahrtag lag eines tot unter dem Horst. Reicht das Nahrungsangebot nicht aus, ist das Gelege zu groß oder schwächelt ein Küken, so sondern die Elterntiere es aus. Nur so können sie den übrigen Nachwuchs groß bekommen“, erklärt der Kenner.

Ein ähnlich trauriges Schauspiel hat er am Nest in Südlengern beobachtet. „Letzte Woche habe ich gesehen, wie das Weibchen eines ihrer eigen Jungen herunterwürgte.“ Das sei eben die Natur.

Seit sieben Jahren dabei

Seit sieben Jahren beobachtet der Bünder die Störche. „Das ist mein Hobby. Andere bauen eine Elektroeisenbahn auf, ich schaue mir die Nester an“, berichtet Schubert. Dabei ist er im ganzen Kreis unterwegs.

Besonders gute Nachrichten hat er aus Spenge. „In der Nähe des Hücker Moors ist auf einem privaten Grundstück erstmals ein Nistplatz eingerichtet worden. Die Störche haben ihn direkt angenommen. Das ist eher ungewöhnlich“, meint Schubert.

Inzwischen hat er dort auch schon die Jungen gesichtet: „Wie viele es genau sind, kann man so kurz nach dem Schlüpfen noch nicht sagen. Sie sind noch so klein, ein bis zwei, vermute ich“, sagt Peter Schubert. In drei Wochen könne man das präziser sagen. Storchenkinder schlüpfen – nach 32 Tagen Brut – in der Zeit zwischen Anfang April und Ende Mai. „Eine recht große Zeitspanne. Zwei Monate später können sie dann fliegen“, weiß der Experte, den einige liebevoll „Storchenflüsterer“ nennen.

Zunächst vier Küken in Löhne

Außergewöhnliche Nachrichten gibt es aus Löhne an den Blutwiesen. Dort sind vier Küken geschlüpft – eine besonders große Zahl. Eines hat es allerdings nicht geschafft. In Bünde-Ahle in der Nähe des Tierheims gibt es Nachwuchs im Doppelpack, in Südlengern sind zwei Jungtiere im Nest. In Hiddenhausen ist der Horst sehr hoch, so dass Schubert noch keine sicheren Erkenntnisse über die Anzahl hat. „Eine erhoffte dritte Brut in Bünde wird es wohl nicht geben. An der Nisthilfe Surensiekweg/Gut Böckel hielt sich zwar zwei Wochen lang ein Paar auf. In der letzten Zeit konnte ich dort aber keine Störche mehr sehen. Das Nest am Feuerwehrmuseum in Häver – dort gab es 2019 auch keinen Nachwuchs – ist ebenfalls nicht belegt“, fasst Peter Schubert zusammen.

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