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Gesundheitsamt genehmigt Konzept des Gasthauses Schlattheide

Diskoabende trotz Corona

Bünde  (HK). Party oder Disko in Zeiten von Corona? Geht nicht, mag man denken. Clubs, Diskotheken, aber auch Gasthöfe bekommen das zu spüren. So das Gasthaus Schlattheide, das erst kürzlich sein 145-jähriges Bestehen feiern konnte. „Wir hatten für dieses Jahr etliche Veranstaltungen geplant – und dann kam Corona“, sagt Inhaberin Stephanie Poesze. Zusammen mit Michael Boyny vom Schlattheide-Team überlegte sie, wie man in diesen speziellen Zeiten ein Konzept entwickelt, das Abstandsregeln, Hygienevorschriften und Partylaune unter einen Hut bekommt und gleichzeitig Ordnungs- und Gesundheitsamt zufrieden stellt. Gemeinsam sind sie fündig geworden. Und wollen in den nächsten Wochen unter dem Motto „Aller Anfang ist: crazy“ drei Disko-Abende mit DJ Dietmar „Didi“ Zentner veranstalten.

Hilko Raske

Wollen drei Diskoabende veranstalten: Stephanie Poesze, Michael Boyny und DJ „Didi“ Dietmar Zentner (von links). Foto: Hilko Raske

„Für das Gesundheitsamt ist die sogenannte Verfolgbarkeit von Veranstaltungsteilnehmern wichtig. Außerdem muss die Abstandsregelung eingehalten werden“, sagt Michael Boyny. Er hielt Ausschau nach Konzepten, an denen man sich orientieren könnte. Dabei stieß er auf die Lanxess-Arena Köln. Dort startete man am 20. Juni ein neues Veranstaltungsprogramm unter Corona-Bedingungen. Durch so genannte „Cubes“, also Kästen, in denen die Gäste ihren eigenen Bereich haben, wird der Abstand zwischen den Besuchern reguliert. Die Kästen haben untereinander einen Abstand von 1,5 Meter. „Wir haben daraufhin unseren 600 Quadratmeter großen Biergarten vermessen. Uns kam die Idee, dass wir dort auch mit Boxen arbeiten könnten. Allerdings sind das keine aus Plexiglas, sondern eher virtuelle Boxen, die durch Markierungen auf dem Rasen zu erkennen sind“, erzählt Boyny. Jede dieser Boxen hätte einen seitlichen Abstand von 3,5 Meter zur nächsten und sogar 6,5 Meter nach hinten. „In diesen Boxen sind alle Stühle und Tische durchnummeriert. Jeder Besucher bekommt einen Stuhl und Tisch zugewiesen, so dass genau festgestellt werden kann, wer wo gesessen hat.“ Zwei bis maximal zehn Personen könnten in einer solchen Box feiern. „Und wer tanzen möchte, kann seinen Stuhl wegstellen, denn innerhalb der Box darf auch getanzt werden“, informiert Boyny. Maximal 90 Personen könnten so im Biergarten an der Schlattheide feiern, hinzu kämen zehn Servicekräfte, so dass man die Obergrenze von 100 Personen einhalte.

Das siebenseitige Konzept wurde erst dem Ordnungsamt Bünde vorgelegt. Dabei seien drei Voraussetzungen wichtig gewesen, damit es überhaupt eine Chance hat: eine Schankkonzession, die passende Freifläche und eben ein stimmiger Maßnahmenkatalog. „In der Stadtverwaltung sagte man uns, dass das in Ordnung ist, wenn auch das Gesundheitsamt des Kreises dem zustimmt.“ Das gab ebenfalls grünes Licht. „Dort hat man sofort verstanden, wie unser Konzept funktioniert. Wir bekamen sogar von der Behörde zu hören, dass wir die einzigen im Kreis sind, die so ein Konzept umsetzen.“ Er habe sogar den Eindruck gewonnen, dass die Behörde sich gefreut habe, dass man eine solche Idee eingereicht habe, damit die Leute wieder Abwechslung bekommen.

Starten will man an der Schlattheide mit einem Probelauf am 25. Juli. „Wir müssen erst einmal Erfahrungen sammeln, ob unsere Gäste sich auch an das Konzept halten“, so Boyny. Immerhin würde es sich um eine Premiere handeln – und die könne noch die ein oder andere Überraschung bereithalten. Neben der bekannten Regelung wie Abstandhalten dürfe beispielsweise nicht gesungen werden. Außerdem gebe es klare Regeln für Zu- und Abwegung.

Dass der Bedarf nach einer solchen Disko bestehe, davon gehe er aus. „Die Leute wollen einfach mal wieder feiern.“ Das kann DJ „Didi“ nur bestätigen. „Auf Facebook habe ich einfach mal die Frage gestellt, was die Leute machen würden, wenn es wieder eine Open-Air-Disko geben würde. Die Resonanz war riesig, viele würden zur Party kommen“, gibt Dietmar Zentner seinen Eindruck wieder. Wenn der Diskoabend losgeht, steht er mit seiner Anlage übrigens geschützt hinter einer Plexiglasscheibe.

Falls der erste Abend ein Erfolg wird – und das Wetter mitspielt –, gibt es eine Fortsetzung am 31. Juli und 1. August. Start ist jeweils um 20 Uhr, Ende um 1 Uhr. Neben den üblichen Getränken werden Bratwurst, Steak und Salate angeboten. „Dazu spiele ich die Musik, die die Leute hören wollen, die Spaß macht und zum Tanzen animiert“, sagt Zentner. „Wir werden allerdings 6 bis 7 Euro Eintritt nehmen müssen“, so Boyny. Eine Anmeldung sei zudem zwingend erforderlich, eine Abendkasse gebe es nicht. Anmelden kann man sich unter gasthaus-schlattheide@web.de oder Telefon 0151-21060551.

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