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Mediziner darf nicht in den Libanon

Dr. Emmas Begleitung wird bei der Einreise festgehalten

Bünde (WB/rst). Bedrückende Erlebnisse für »Dr. Emma«: Bei seiner jüngsten Reise in den Libanon hat der Mediziner die Auswirkungen des syrischen Bürgerkriegs und des Nahostkonflikts am eigenen Leib spüren können.

Theophylaktos Emmanouilidis, bekannt als Dr. Emma, durfte einreisen. Sein Begleiter allerdings nicht: Er wird festgehalten und zurück nach Deutschland geschickt.

Schon auf dem Hinflug von Frankfurt nach Beirut macht er eine Entdeckung: »Von den etwa 300 Passagieren waren sicher 85 bis 90 Prozent Syrer, die ihre Verwandten oder Familien im Libanon besuchen wollten. Bis alle durch die Grenzkontrolle durch waren, dauerte es fast eineinhalb Stunden.«

»Sie fragten mich, ob ich schon mal in Israel gewesen sei«

Die Situation bei der Passkontrolle ist angespannt. »Sie fragten mich, ob ich schon mal in Israel gewesen sei«, erzählt Theophylaktos Emmanouilidis, der Vorsitzende des Hammer Forums – bekannt als Dr. Emma. »Ich sagte spontan ›Nein‹, wohl ahnend, dass dies als Grund angesehen würde, mich nicht einreisen zu lassen.«

Sein Begleiter, ein anderer Mediziner namens Dr. Moussa, sagt jedoch »ja«: Er habe in Gaza palästinensische Kinder behandelt. Doch der Hinweis hilft nicht, der Mann wird in ein Büro mitgenommen. Emmanouilidis wartet stundenlang, erst am Flughafen, dann im Hotel. Auch Mitarbeiter des Palestine Children Relief Fund (PCRF) können nicht vermitteln. Am späten Abend schließlich die Nachricht: Dr. Moussa wird die Einreise verweigert, soll am nächsten Morgen zurück nach Deutschland fliegen.

Er selbst entschließt sich zum Bleiben

Dr. Emma: »Man hat ihn und die sieben anderen, die ebenso nicht einreisen durften, in einen Raum gebracht. Sie sollten bis zum nächsten Morgen dort schlafen und mussten auf Sitzbänken übernachten.« Er selbst entschließt sich zum Bleiben, um die Erkundungsreise zu Ende zu führen.

Sein Zielort heißt Bar-Elias, eine 150.000-Einwohner-Stadt nahe der syrischen Grenze. Dort wimmelt von palästinensischen und syrischen Flüchtlingen. »Ich besuchte das dortige Palästinensische Hospital«, erklärt Dr. Emma.

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