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Polizei findet Cannabispflanzen und Amphetamine – 37-Jähriger räumt Vorwürfe ein

Drogen in Omas Haus angebaut: hohe Geldstrafe für Bünder

Bünde/Kirchlengern (WB). Wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz ist ein 37-Jähriger vom Bünder Amtsgericht zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden. 5000 Euro muss der Bünder dafür zahlen, dass er im Haus seiner Großmutter Cannabis-Pflanzen gezüchtet hatte.

Daniel Salmon

Die Polizei hatte im September 2018 mehrere Cannabis-Pflanzen bei dem Angeklagten sichergestellt. Foto: dpa/Symbolbild

„Ich hab’ das nicht für so schlimm gehalten, als wenn ich mir jede Woche irgendwo was kaufe“, erklärte der Angeklagte in der Verhandlung am frühen Donnerstagmorgen. Daher hatte sich der ALG I-Empfänger selbst eine kleine Drogenplantage angelegt, um seine Bedarf („Ich habe damals täglich Cannabis konsumiert“) decken zu können.

Auch Amphetamine gefunden

Bis zum September 2018 fiel der Drogenanbau im Haus seiner Oma wohl auch niemanden auf. Dann rückte die Polizei an. Sie stießen in einem speziellen Gewächszelt in der Wohnung auf drei Cannabis-Pflanzen mit Blütenständen und einige kleinere Setzlinge, entdeckten zudem umfangreiches Plantageequipment. Der THC-Wirkstoffgehalt der sichergestellten Pflanzen wurde von dem Ermittlerin später auf 2,76 Gramm bestimmt.

„Auf einem Tisch fanden die Beamten außerdem ein Tütchen mit 0,88 Gramm Amphetaminen“, führte die Staatsanwältin bei der Verlesung der Anklageschrift aus.

Der Bünder räumte die im Raum stehenden Vorwürfe von Anfang ein. Er erklärte, dass das angebaute Cannabis nur für den Eigenkonsum gedacht war: „Ich wollte damit nicht handeln.“

Drogen-Equipment eingezogen

Seit der Razzia habe der 37-Jährige, den Drogen komplett abgeschworen: „Ich bin seit einem halben Jahr auch bei der Drogenberatung in Herford.“ Laut seiner Aussage habe er sein Leben mittlerweile im Griff. Das anscheinend von seiner Großmutter geerbte Haus in Kirchlengern habe er veräußert und sich von dem Geld eine Eigentumswohnung in Bünde zugelegt. Mittlerweile hat der 37-Jährige sogar einen Job, absolviert eine Umschulung zum Fachlageristen. Mit der außergerichtlichen Einziehung seines von der Polizei beschlagnahmten Drogen-Equipments zeigte er sich einverstanden. „Ich habe zwar viel Geld da reingesteckt, aber es ist schon okay, wenn ich die nicht wiederbekomme“, so der Angeklagte.

Einschlägig vorbestraft

Bereits in der Vergangenheit war der Mann mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Auf dem Kerbholz hat der Bünder neben mehrerer Drogen- auch Verkehrs- und Diebstahldelikte.

Wegen der einschlägigen Vorstrafen hätte die Staatsanwältin eigentlich auf eine Freiheitsstrafe plädiert. Aufgrund seines geänderten Lebenswandels forderte die Anklagevertreterin letztlich eine 5000-Euro-Geldstrafe (250 Tagessätze à 20 Euro). Dieser Anregung folgte dann auch die Richterin in ihrem späteren Urteil, das noch im Sitzungssaal rechtskräftig wurde.

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