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Vorfall in Bünde angezeigt – Verstoß gegen Naturschutzgesetz

Drohne schreckt Storch auf

Bünde (WB). Weil er mit seinem Fluggerät über das Storchennest im Elsebruch geflogen ist, kommt auf einen Drohnenpiloten nun möglicherweise ein Bußgeld zu. »Das ist kein Dummejungenstreich«, findet auch Hobby-Fotograf Peter Schubert.

Naturfreund Peter Schubert hat den Drohnenflug am Bünder Storchennest mit seiner Kameria dokumentiert und zur Anzeige gebracht. Foto: Peter Schubert

Der Naturfreund beobachtet den Bünder Storch und seine jeweilige Partnerin seit geraumer Zeit, hat schon mehrere Bruterfolge der Vögel auf seiner Homepage dokumentiert. Aktuell hat er schon zwei Küken im Horst in den Bruchwiesen ausgemacht (siehe Infobox).

Mehrere Küken im Nest

Bereits am 7. Mai hat Peter Schubert das erste Storchenküken im Nest im Elsebruch beobachten können: »Das müsste zu dem Zeitpunkt eine Woche alt gewesen.« Mittlerweile ist auch ein zweiter Jungvogel zu sehen. »Die Küken schlüpfen immer um zwei Tage versetzt. Kleinere Küken wären jetzt noch nicht sichtbar«, so der 60-Jährige. Damit das Storchenpaar bei der Nahrungssuche für seinen Nachwuchs nicht gestört wird, bittet Schubert zudem darum, Hunde im Elsebruch nicht frei laufen zu lassen, sondern an der kurzen Leine zu führen.

Gemeinsam mit anderen Storchenfreunden hielt Schubert den Drohnenflug am vergangenen Mittwoch fotografisch fest – und erstattete später Anzeige bei der Polizei. »Wir sahen, wie sich das Fluggerät dem Nest näherte. Ich dachte zunächst, es wäre ein Raubvogel, hörte dann aber die Motorgeräusche. Die Drohne stand direkt über dem Nest«, schildert der Bünder.

Das Storchenweibchen, habe sich daraufhin bedroht gefühlt und sei aufgestanden. Schubert: »Die Küken sind noch sehr empfindlich und müssen noch ständig von den Elterntieren bebrütet werden. Zwar macht es nichts, wenn der Storch kurz mal aufsteht, aber wenn dort öfters Drohnen drüberfliegen und das Tier stören, hat das schon eine andere Dramatik.«

Storch steht unter Naturschutz

Der Bünder weist zudem darauf hin, dass es sich beim Weißstorch um eine streng geschützte Tierart handele. »Ich will deswegen keinen großen Aufstand machen, sondern einfach nur zeigen: ›So geht das nicht!‹«

Laut Kreispolizeisprecher Steven Haydon sei der Drohnen-Vorfall von der Behörden aufgenommen und dokumentiert worden: »In Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde werden möglich Verstöße geprüft«, so der Beamte.

Und die könnten auch vorliegen, erklärt Karl-Heinz Diekmann von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises. »Die Fragen sind: Wurde das Tier beunruhigt und ist das mutwillig geschehen?« Denn laut Bundesnaturschutzgesetzt sei es verboten, »wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen«.

Das gelte in besonderem für streng geschützte Arten, die etwa während der Fortpflanzungszeit, aber auch während der Überwinterung, nicht erheblich gestört werden dürften. Diekmann: »Und natürlich wird der Storch gestört, wenn sich eine Drohne auf das Nest zubewegt.« Möglicherweise müsse der Drohnenpilot daher mit einem Bußgeld rechnen.

Peter Schubert betont: »Grundsätzlich können Drohnen im Tier- und Naturschutz auch gewinnbringend eingesetzt werden. Etwa wenn Felder überflogen werden, bevor sie gemäht werden, um Rehkitze aufzuspüren. Aber so etwas wie in diesem Fall ist unmöglich.«

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