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Dünnes Agrar- und Siedlungsgeschichte prägt bis heute das Bild der nördlichsten Stadtteils

Ein Dorf, ganz oben in Bünde

Bünde (WB). Nicht ohne Stolz betonen die Dünner die besondere Lage ihrer Ortschaft – ganz oben in Bünde. Als nördlichster Stadtteil erstreckt sich der Ort auf rund zehn Quadratkilometern und ist mit seiner weiträumigen Agrarlandschaft repräsentativ für das Ravensberger Hügelland.

Karl-Hendrik Tittel

Mitten im Ort: Die Kirche der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Dünne. Foto: Karl-Hendrik Tittel

Auch in Dünne ist die älteste Siedlungsgeschichte aufgrund nicht vorhandener Quellen weitestgehend unbekannt. Man geht aber davon aus, dass das gut entwickelte Gewässernetz mit mehreren Bach­läufen sowie die für die Region typischen und fruchtbaren Lössboden schon sehr früh genutzt wurden. Bekannt ist hingegen, dass sich im Laufe des Mittelalters auf dem heutigen Gebiet der Ortschaft drei wesentliche Flurarten entwickelten: Das Markenland, die Kampflur und die Eschflur. Letztere stellte die älteste Dorfflur dar. Sie bestand aus vielen langen Ackerstreifen, war uneinge­hegtes, offenes Land und gehörte mehreren Grundherren. Die ältesten Fluren in Dünne lagen ausnahmslos südlich und südwestlich vom Dorf – wie beispielsweise »Garrel« und »Hofacker«.

1151 erstmals schriftlich erwähnt

Zum ersten Mal schriftlich erwähnt wurde Dünne nach heutigem Wissenstand im Jahre 1151, in einer Urkunde des Paderborner Bischofs Bernhard I. Dort wurde die Zugehörigkeit der Höfe in »Dunnethe« zum Frauenstift »auf dem Berge« bestätigt – einer Filiation der im Mittelalter auch überregional einflussreichen Abtei Herford. Das hochmittelalterliche »Dunnethe« lässt sich von »Dun« (Hügel) und (h)ithi“ (Heide) ableiten. Daraus wurde ab dem 14. Jahrhundert dann »Dunnede«. Im 15. und 16. Jahrhundert schrieb man überwiegend »Dunde« und »Dünde«, bevor sich das heutige »Dünne« im Laufe des 17. Jahrhunderts durchsetzte.

Verheerende Feuersbrunst 1726

Am 13. Mai 1726 legte eine verheerende Feuersbrunst über 90 Dünner Häuser in Schutt und Asche. Der Ort besaß vor dem Brand die typischen Merkmale eines sogenannten Haufendorfes, und ab etwa 1837 bildete sich um den Kirchplatz eine dichte Siedlung mit der »St.-Jürgen-Klus« als Mittelpunkt. Seit dem 18. Jahrhundert lebte man in Dünne nicht nur singulär von der Landwirtschaft, sondern auch von der Garn- und Leinenherstellung sowie später von der Zigarrenindustrie.

Das Dünner Landschaftsbild war allerdings noch rein landwirt­schaftlich geprägt, bevor es Mitte des 19. Jahrhunderts zu den ersten großen Siedlungsveränderungen kam, die durch das Aufkommen der Zigarren­industrie hervorgerufen wurde. So nahm von 1843 bis 1895 die Anzahl der Wohngebäude von 152 auf 252 zu. 30 Prozent der Gebäude waren im Besitz von Zigarrenarbeitern, viele ihrer Häuser lagen an der Wiehen- und am untern Teil der Klusstraße. Das Siedlungsgebiet, das sich heute in Dünne dem Betrachter zeigt, ist gekennzeichnet durch bäuerliche Streu-, Gruppen- und neuzeitliche Aufsiedlungen. Der am höchsten, am Fuße des Wiehengebirges, gelegene Ortsteil ist Dünnerholz. In östlicher Richtung liegt das zu Dünne gehörende Kurgebiet Randringhausen. Dünne wird durch die Bünder Stadtteile Muckum im Westen, Ennigloh im Süden und Spradow im Osten flankiert. Im Norden grenzt Dünne an das Wiehengebirge und damit an die Gemeinde Hüllhorst (Kreis Minden-Lübbecke).

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