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Niedlicher Nachwuchs im Hunnebrocker Damwildgehege

Eine »Kita« für kleine Hirsche

Bünde (WB). Neugierig verfolgt das kleine Hirschkalb jede Bewegung des Fotografen. Auch als er näher kommt, verharrt es still am Zaun des Hunnebrocker Damwildgeheges. Es weiß, ihm droht keine Gefahr.

Daniel Salmon

Das kleine Hirschkalb hat sich einen geschützten Platz gesucht. Mit großen Augen verfolgt es jede Bewegung in seiner Umgebung. Foto: Daniel Salmon

An verschiedenen Stellen auf dem etwa sechs Hektar großen und umzäunten Areal der Familie Meyer liegen die teilweise erst wenige Tage alten Tiere. Dank ihrer Färbung scheinen einige mit der Umgebung regelrecht verschmolzen zu sein. Erst beim zweiten Blick erkennt man sie im dichten Unterholz oder an der Böschung eines trockenliegenden Wasserlaufs.

Zwölf kleine Hirschkälber hat Christian Meyer (37) auf dem Gelände bislang gezählt – und es werden in den kommenden Wochen noch mehr. Neben ihnen leben noch vier Hirschböcke und gut 50 weibliche Zuchttiere im Gehege sowie etwa 30 Jungtiere, die bereits im Vorjahr zur Welt gekommen sind.

Abends gibt’s Milch

Während die Kleinen an ihren sicheren Plätzen dösen, sind die Muttertiere mit der übrigen Herde auf dem Areal unterwegs. Sie wissen aber genau, wo ihr Nachwuchs sich befindet, halten sich stets in dessen Nähe auf. Erst in der Dämmerung kommen sie zu den Kälbern und geben ihnen Milch. So wie sie es in der freien Wildbahn auch machen würden.

Den Grund erklärt Züchter Tobias Meyer (32), der sich mit Bruder Christian und Vater Karl-Heinrich (60) um die Tiere kümmert: »Räuber – wie etwa Füchse – könnten die Muttertiere wittern und dann das noch hilflose Junge finden. Die Kälber selbst haben noch keinen Eigengeruch und sind schwer zu entdecken.« Eine Gefahr, die ihnen auf dem weitläufigen Gelände der Meyers nicht droht. »Das Gehege ist fast wie ein Kindergarten für die Kälber. Hier haben sie ein Wäldchen, freie Flächen und insgesamt auch genügend Platz«, sagt Tobias Meyer.

Die Tiere zu beobachten entspannt

Mittlerweile seit 2007 hält die Familie die Tiere. Ein Hinweis des Zuchterfolgs findet sich an einer Hütte auf dem Gelände: An einer Wand sind zahlreiche abgeworfene Geweihe angebracht – »Abwurfstangen«, wie es in der Jägersprache heißt. »Die Hirsche verlieren die einmal pro Jahr. Wir sammeln sie dann auf«, sagt Christian Meyer. Und ihr »tierisches« Hobby wollen die Bünder auch noch lange ausüben. »Denn die Tiere zu beobachten hat schon etwas Entspannendes«, sagt Tobias Meyer.

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