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Bei der Bünder Freiwilligen Feuerwehren bleiben die Corona-Schutzmasken auch bei Brandeinsätzen auf

„Einsatzbereitschaft ist sichergestellt“

Bünde (WB)

Auch wenn die Dienstabende der Freiwilligen Feuerwehr derzeit nur digital stattfinden, sagt Stadtbrandinspektor Rüdiger Meier: „Die Einsatzbereitschaft der Bünder Feuerwehr ist auch in der Corona-Krise gewährleistet.“ Dafür werden seit Monaten strikte Maßnahmen umgesetzt.

Daniel Salmon

Bei der Feuerwehr in Bünde wird schon seit geraumer Zeit auf die Einhaltung hoher Hygiene- und Schutzstandards geachtet, damit die Einheiten auch bei Covid19-Infektionen einzelner Mitglieder einsatzbereit bleiben. Foto: Daniel Salmon

„Die Übungsdienste der Löschgruppen habe ich ausgesetzt. In der Sache bin ich sehr stringent vorgegangen, um zu vermeiden, dass bei der Infektion eines Feuerwehrmitglieds gleich ganze Einheiten ausfallen“, erklärt Meier. Für die digitalen Treffen habe die Stadtverwaltung eine Kommunikationssoftware angeschafft. „So können wir anhand von Pdf- und Powerpoint-Präsentationen theoretische Ausbildungsdienste durchführen und uns außerhalb der Einsätze sehen und miteinander reden. Das ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig. Wir haben aber einen guten Ausbildungsstand, den wir auf diese Weise auch halten können.“

Schon lange bevor in den jeweils geltenden Schutzverordnungen die Maskenpflicht eingeführt wurde, seien die Bünder Feuerwehrleute in den Lösch- und Mannschaftsfahrzeugen nur mit Mund-Nasen-Bedeckungen zu Einsätzen ausgerückt. Aber auch wenn die Löschgruppen unter freiem Himmel brennende Gebäude löschen oder Unfallopfer aus Fahrzeugen befreien, gilt seit geraumer Zeit: Die Maske bleibt auf! „Wir hatten schon Unfälle mit eingeklemmten Personen, die später positiv auf Corona getestet wurden. Deshalb macht diese Vorsichtsmaßnahme für uns auch absolut Sinn. Vorsicht ist besser als krank zu werden“, sagt Meier.

Der Feuerwehrchef räumt ein, dass es seit Ausbruch der Pandemie zwar auch durchaus Corona-Fälle in der Feuerwehr gegeben habe: „Durch die konsequente Strategie der Kontaktvermeidung konnten wir aber die Unterquarantänestellung ganzer Einheiten bislang vermeiden.“ Denn bekanntermaßen werden nicht nur Infizierte sondern auch Kontaktpersonen ersten Grades für 14 Tage in häusliche Isolation geschickt.

Meier betont, dass Corona-Fälle bei der Feuerwehr über den Kreis Herford an die zuständigen Stellen des Landes NRW gemeldet werden müssten: „Die Aufsichtsbehörden machen sich schließlich auch Gedanken über die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren.“

Schon seit dem Frühjahr 2020 wurden in der hauptamtlichen Feuer- und Rettungswache spezielle Corona-Regelungen eingeführt, um auch hier die Verfügbarkeit der Einsatzkräfte aufrecht zu erhalten. So wurde unter anderem der Krankentransportwagen für einige Monate am Feuerwehrgerätehaus Muckum stationiert: „Mittlerweile hat die Stadt Bünde aber andere Räume angemietet, wo der KTW nun untergebracht ist.“ Zudem werde am Rettungswachen-Standort in Ahle – auf dem Gelände der EWB – in einem festen Team gearbeitet, dessen Mitglieder nur dort eingesetzt werden.

Und damit bei einer möglichen Covid-19-Erkrankung eines Feuerwehr- oder Rettungsdienst-Mitarbeiters nicht die gesamte Wachschicht der Hauptwache in Quarantäne muss, gibt es eine weitere Trennung der Rettungswagen-Besatzungen und der Feuerwehrleute im Gebäude an der Dünner Straße. Unter anderem nutzen die hauptamtlichen Brandbekämpfer derzeit vor allem die nicht genutzten Schulungsräume des Löschzugs Bünde-Mitte und der Jugendfeuerwehr. „Das hat sich mittlerweile alles gut eingespielt“, betont Feuerwehrchef Meier.

Trotz des Corona-Jahrs kann der Stadtbrandinspektor übrigens sogar einen Zuwachs bei der Feuerwehrfamilie vermelden. „Trotz der schwierigen Gesamtumstände ist die Gesamtzahl der Mitglieder auf 593 angestiegen. Das sind drei mehr als zum Stichtag am 31. Dezember 2019.“

Konkret besteht die aktive Einsatzabteilung – diese umfasst die sieben Bünder Löschgruppen sowie die hauptamtlichen Feuerwehr- und Rettungsdienstkräfte – somit aus 306 Männern und Frauen (2019: 302). Der Jugendfeuerwehr gehören aktuell 44 Kinder und Jugendliche an (2019: 43). Die Unterstützungsabteilung, die sich beispielsweise um die Brandschutzerziehung oder die Verpflegung der aktiven Einheiten im Einsatzfall kümmert, ist aktuell 14 Mitglieder stark (2019: 13). Und der Ehrenabteilung gehören 229 ehemalige aktive Feuerwehrleute an (2019: 232).

Kein Kommentar zu Linken-Vorschlag

Die Linksfraktion hatte im Rat auf die Dringlichkeit hingewiesen, einen neuen Standort für den Löschzug Mitte zu finden. Bisher verfügt die Einheit über Räume in der Hauptwache. „Es ist unstreitig, dass sie ein neues Gerätehaus braucht“, sagt Feuerwehrchef Rüdiger Meier. Für die Mitglieder der Kernstadteinheit sei es vor allem während der Hauptverkehrszeiten schwierig, in weniger als zehn Minuten zur Wache zu gelangen. „Die Räumlichkeiten sind zwar okay. Die Anfahrts- und Ausrückzeiten sind aber verbesserungswürdig.“ Der neue Standort müsse so gewählt werden, dass auch diese Einheit innerhalb von zehn Minuten an der Einsatzstelle sein kann: „Daher muss man sich vernünftig und mit Bedacht nach einem geeigneten Standort für ein zentraleres Gerätehaus umsehen. Infrage kommt eigentlich nur ein Standort im Innenstadtbereich südlich der Bahnstrecke“. Eine weitere Anregung der Linken, aus Kosten- und Effizienzgründen über eine Zusammenlegung von Gruppen nachzudenken, will Meier nicht kommentieren.

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