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Gesundheitsamt ergreift Maßnahmen – drei Kontaktpersonen unter Beobachtung

EKG-Schülerin mit Coronavirus infiziert

Bünde (WB).Eine Zwölftklässlerin der Erich-Kästner-Gesamtschule (EKG) in Bünde hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Das positive Testergebnis war am Montag bekannt geworden . Das Kreisgesundheitsamt leitete umgehend Maßnahmen zur Eindämmung möglicher weiterer Infektionen ein.

Daniel Salmon

Seit Bekanntwerden des Corona-Verdachts hatte die 18-Jährige aus Melle die Erich-Kästner-Gesamtschule in Bünde nicht mehr besucht. Foto: Daniel Salmon

Weil die erkrankte 18-Jährige in Melle wohnt, war ihr Fall nicht in der offiziellen Corona-Statistik des Kreises Herford gelistet worden. Der Test war bereits Ende vergangener Woche vorgenommen worden. Seit dem Corona-Verdacht hatte das Mädchen nicht mehr am Schulunterricht teilgenommen.

Nach Angaben von EKG-Leiterin Antje Stuke waren nach Bekanntwerden der Infektion umgehend die Personen ermittelt worden, mit denen die Zwölftklässlerin – auch während ihres Aufenthalts in der Schule – Kontakt hatte. Die Schülerin des Jahrgangs Q1 an der Gesamtschule blieben am Dienstag und Mittwoch zunächst vorsorglich zuhause. „Weil noch nicht alle Kontaktpersonen kontaktiert werden konnten. Das war eine reine Vorsichtsmaßnahme“, so Antje Stuke. Besorgte Eltern von Schülern anderer Klassen hatten ihre Kinder zunächst ebenfalls nicht in die Schule geschickt: „Das waren aber Einzelfälle.“ Der übrige Schulbetrieb konnte – unter Maßgabe der geltenden Corona-Vorschriften – jedoch aufrecht erhalten werden.

Kontakte nachvollziehbar

„Die Schüler der Sekundarstufe I beispielsweise waren am Dienstag überhaupt wieder das erste Mal in der Schule. Sie hatten von daher keine Chance auf einen möglichen Kontakt mit der an Corona erkrankten Zwölftklässlerin gehabt“, erklärt die EKG-Schulleiterin.

Seit dem offiziellen Ende der Osterferien waren an der Schule bislang nur Schüler der höheren Stufen unterrichtet worden. „Vom 18. bis zum 20. Mai war die Schülerin drei Mal in der Schule gewesen, für jeweils wenige Stunden am Tag. Es konnte gut nachvollzogen werden, wann sie mit wem wo in einem Kursraum saß“, so Antje Stuke, Sie fährt fort: „Je nach Größe sitzen in den Kursräumen unserer Oberstufen-Klassen zehn bis zwölf Schüler, immer nach einem zuvor festgelegten Sitzplan und mit dem nötigen Sicherheitsabstand.“

Ausdrücklich lobt die Schulleiterin das besonnene Handeln des Kreisgesundheitsamtes in dem Fall: „Die Zusammenarbeit mit der Behörde hat hervorragend funktioniert.“ Von den rund 40 Kontaktpersonen der betroffenen Schülerin mussten lediglich drei Personen in häusliche Isolierung geschickt werden. Lehrer der Erich-Kästner-Gesamtschule seien von dieser Maßnahme nicht betroffen. Mit den Pädagogen, die sie unterrichtet haben, hätte die Schülerin keinen intensiven persönlichen Kontakt gehabt. Eine Virusübertragung habe daher ausgeschlossen werden können, so Stuke. „Der Fall zeigt, dass sich das Hygienekonzept sicher gelohnt hat und von der Schule sehr gut umgesetzt worden ist“, urteilt Marie-Luise Kluger, Leiterin des Herforder Kreisgesundheitsamtes.

Kommentar von Daniel Salmon

Sowohl Behörden als auch die Leitung der Erich-Kästner-Gesamtschule haben im Fall der infizierten Schülerin aus Melle gut zusammengearbeitet. Dass die Kooperation über Kreisgrenzen hinweg rasch und ohne Komplikationen verlief, so dass umgehend Maßnahmen eingeleitet werden konnten, ist umso löblicher. Denkt man einige Jahre zurück – an das Gülle-Desaster in der Else – hatte es bei der Kommunikation zwischen den verschiedenen Landkreisen noch ziemlich gehapert. In Zeiten der Corona-Pandemie sind die Behörden allerdings sensibler geworden, was den Umgang untereinander angeht. Das ist ebenso löblich wie das von der EKG gut umgesetzte Hygienekonzept, das eine Ausbreitung des Virus nun mutmaßlich eingedämmt hat.

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