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Vorsitzender Martin Lohrie tritt wegen personeller Querelen vom Amt zurück – Joachim Brand Nachfolger?

Es brodelt bei den Bünder Schützen

Bünde (WB). In der traditionsreichen Bünder Schützengesellschaft von 1838 brodelt es. Martin Lohrie (63), seit Jahren Vorsitzender der Schützengesellschaft, ist von seinem Amt zurückgetreten. Der Grund: Bei der jüngsten Generalversammlung ist Schatzmeister Hartmut Hebeler nur knapp wiedergewählt worden.

Hilko Raske

Verärgert über personelle Querelen bei den Schützen: Vorsitzender Martin Lohrie. Er ist von seinem Amt zurückgetreten. Foto: Raske

27 Schützen sprachen sich für ihn aus, 22 votierten gegen ihn, fünf Schützen enthielten sich. Hebeler verweigerte daraufhin verärgert die Annahme des Amtes. Bis zur nächsten Generalversammlung wolle er sein Amt aber kommissarisch ausüben, so der Schatzmeister.

Kritik offen ansprechen

Kommentar

Die Bünder Schützengesellschaft ist ein Aushängeschild der Stadt. Ob Winterball oder Schützenfest – im gesellschaftlichen Leben haben die Schützen Bünde geprägt. Umso betrüblicher sind die »Grabenkämpfe«, die nun in die Öffentlichkeit getragen werden. Eine treibende Kraft soll dabei der Leiter der Sportschützenabteilung sein. Ob das dem Renommee der Schützen dient, darf bezweifelt werden. Schließlich sind die Verdienste von Martin Lohrie, seinem Stellvertreter Joachim Petring und auch Presseoffizier Klaus Kuhlmann unbestritten.

Sauer über das Abstimmungsverhalten »seiner« Schützenbrüder ist Martin Lohrie. »Das Wahlergebnis ist nicht in Ordnung. Wenn es Vorwürfe oder Kritik an der Amtsführung von Hebeler gegeben hätte, hätte man das offen ansprechen müssen. Es kann aber nicht sein, dass man ihn erst in seinem Amt entlastet und ihm anschließend einen Denkzettel verpasst.« Hebeler sei vorgeführt worden – »und zwar mit Kalkül«. Wahrscheinlich habe eine Abteilung innerhalb der Schützengesellschaft den Eindruck gewonnen, sie werde finanziell ungerecht behandelt, vermutet Lohrie.

»Ein geschäftsführender Vorstand ist aber verantwortlich für die Gelder des Vereins. Es geht nicht, dass einfach auf Zuruf Geld zur Verfügung gestellt wird. Das muss erst in den Gremien besprochen werden. Und da muss auch die Frage gestellt werden, was wir uns leisten können. Vereine, denen ich vorstehe, machen keine Schulden«, stellt Lohrie klar. Nach reiflicher Überlegung habe er deshalb beschlossen, von seinem Amt zurückzutreten.

Wahlen am Freitag

Mit diesem Thema setzte sich am Dienstagabend der erweiterte Vorstand der Schützengesellschaft auseinander. Als neuer Vorsitzender ist derzeit Stabshauptmann Joachim Brand, seit 30 Jahre Mitglied bei den Schützen, im Gespräch. Neuer Schatzmeister könnte Hans-Wilhelm Wöhrmann werden. Major Klaus Obermann stellte zudem auch den Posten des zweiten Vorsitzenden Joachim Petring zur Diskussion. Es würde innerhalb der Schützengesellschaft an Kommunikation mangeln, beklagte Obermann. Er schlug vor, das Amt eines stellvertretenden Pressereferenten zu schaffen – eine indirekte Kritik an der Amtsführung des langjährigen und allseits anerkannten Presseoffiziers Klaus Kuhlmann.

Am Freitag, 18. Mai, sollen in einer außerordentlichen Versammlung Neuwahlen stattfinden.

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