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Jubiläum: Paläontologischer Arbeitskreis und VHS laden zum 125. Vortrag

Faszinierende Erdgeschichte

Bünde  (WB). Wale faszinieren seit jeher. Immerhin gibt es etwa 90 verschiedene Arten. Während die kleinsten von ihnen – die La-Plata-Delfine – nur etwa 1,5 Meter groß werden, ist der Blauwal mit einer Länge von bis zu 33 Metern und 200 Tonnen Gewicht das schwerste bekannte Tier der Erdgeschichte.

Hilko Raske

125 Vorträge zum Thema Paläontologie: Über den Erfolg der Veranstaltungsreihe freuen sich Stephanie Müller (VHS-Fachbereichsleiterin Natur & Umwelt), Referent Johannes Albers, VHS-Leiterin Monika Schwidde, Museumsleiter Michael Strauß, Fritz Hasenburger und Dr. Rainer Ebel (beide Paläontologischer Arbeitskreis, v. l.) Foto: Hilko Raske

Da wundert es nicht, dass der Paläontologische Arbeitskreis Bünde sich dieses Thema für einen Vortrag ausgesucht hatte. War es doch die 125. derartige Veranstaltung, zu der der Arbeitskreis und die Volkshochschule gemeinsam eingeladen hatten.

Anlässlich dieses Jubiläums, das am Freitagabend im Dobergmuseum gefeiert wurde, hatte der Arbeitskreis einen Referenten gewinnen können, der unbestritten ein Experte in Sachen Wale ist: Johannes Albers. Albers ist in Bünde kein Unbekannter. Bereits 2005 und 2011 hielt er im Dobergmuseum Vorträge, die die Evolution der Wale zum Inhalt hatten. Außerdem wirkte er als Autor in der Publikation »Der Doberg bei Bünde« mit, die von Dr. Rainer Ebel und Michael Kaiser – beide Mitglieder im Paläontologischen Arbeitskreis Bünde – 2014 herausgegeben wurde. In dem Buch stellt Albers Fossilienfunde vor, die unter anderem dazu führten, dass der Doberg seit August dieses Jahres den Rang eines Nationalen Geotops hat: die Seekuh und der Große Zahnwal.

Bevor Albers jedoch die etwa 50 Besucher in die Welt der Wale entführte, gingen Dr. Rainer Ebel und Monika Schwidde, Leiterin der Volkshochschule im Kreis Herford, auf die Geschichte dieser speziellen Vortragsreihe und des Paläontologischen Arbeitskreises ein. »Erst gerade haben wir erlebt, dass die Paläontologie immer wieder zu neuen Erkenntnissen gelangt, die dazu führen könnten, dass die Evolutionsgeschichte des Menschen umgeschrieben werden muss«, sagte Schwidde mit Blick auf die jüngsten Knochenfunde im Allgäu, die einem aufrecht gehenden Menschenaffen zugeschrieben werden.

Seit 2002 Vorträge

Die Vortragsreihe, die 2002 mit dem Referat »Wie die Vögel das Fliegen lernten« gestartet sei, zeichne sich durch eine außerordentliche Vielfalt aus, die geologische und paläontologische Themen einem interessierten Publikum nahe bringe. Bemerkenswert sei auch, dass die Vorträge im Dobergmuseum stattfinden könnten.

Dr. Rainer Ebel lobte die hervorragende Zusammenarbeit mit der VHS, die sich bei der Vortragsreihe um alle organisatorischen Fragen kümmere. Sechs Veranstaltungen biete man seit dem Start 2002 jährlich an – »und noch nie ist ein Vortrag ausgefallen«. Die Referenten würden aus ganz Deutschland nach Bünde kommen. So erwarte man im kommenden April beispielsweise Dr. Annette Richter, Naturkunde-Chefin im Landesmuseum Hannover. Den Paläontologischen Arbeitskreis gebe es übrigens seit 30 Jahren, so Ebel. Zur Gründung sei es durch einen Zufall gekommen. »Während eines Urlaubs in Frankreich traf ich dort den Bünder Wilhelm Brandhorst, der ebenso wie ich von der Paläontologie begeistert ist«, erinnert sich Ebel. Das sei die Geburtsstunde des Arbeitskreises gewesen. Heute habe der Förderverein des Arbeitskreises etwa 60 Mitglieder, im Arbeitskreis selber würden sich 15 bis 20 Paläontologie-Fans engagieren.

Junge Paläontologie-Fans

Dass auch künftig die Paläontologie in Bünde ihre Fangemeinde hat, dafür sorgt Wolfgang Herzog. Er hat vor vier Jahren auf einer Mineralienbörse die Jugendgruppe des Arbeitskreises gegründet. »Weil wir als Hobbygeologen immer älter werden, braucht unser Arbeitskreis Nachwuchs«, sagt er. Inzwischen gehörten 14 Mädchen und Jungs zur Gruppe. Das jüngste Mitglied sei sieben Jahre alt, das älteste 16. Viermal im Jahr würde sich die Gruppe im Dobergmuseum treffen. Dabei gehe es um Geologie, Paläontologie, Mineralogie und die Präparation von Fossilien. »Aber alles ohne Fremdwörter und verständlich erklärt.« Zu den Höhepunkten zählten die Ausflüge in historische Steinbrüche, wo sich die Jugendlichen selber auf die Suche nach Fossilien begeben könnten. »Da spürt man richtig die Begeisterung und den Forscherdrang bei den Jugendlichen«, freut sich Herzog.

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