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Planungsausschuss: Bünder Verwaltung und Politik sollen in Workshop Alternativen ausloten

Feldmark-Verfahren ruht vorerst

Bünde (WB). Etappen-Sieg für den Nabu: Sämtliche Planungen zur Vorbereitung einer Bebauung am Feldmarkfriedhof liegen vorerst weiterhin auf Eis. Die Mitglieder des Bünder Planungsausschusses verständigten sich auf eine entsprechende Beschlussempfehlung an den Rat. Zeitgleich solle nach Alternativflächen für den Wohnungsbau gesucht werden.

Daniel Salmon

Nabu und Grüne wollen, dass das Areal am Feldmarkfriedhof auch künftig eine Grünfläche bleibt. Vor knapp zwei Wochen waren rund 100 Bürger bei einer Demo gegen ein mögliche Bebauung des 9000 Quadratmeter großen Gelände auf die Straße gegangen. Foto: Daniel Salmon

Wie berichtet, setzen sich die Naturschützer seit geraumer Zeit für einen dauerhaften Erhalt der 9000 Quadratmeter großen Grünfläche an der Herforder Straße ein. Zugrunde lag der Diskussion am Donnerstagabend allerdings ein Antrag der Bünder Grünen-Fraktion. Diese hatten gefordert, den 2017 gefassten Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan an der Herforder Straße zurückzuholen und die das besagte Areal als Grünfläche zu erhalten. „Wir hatten 2017 selbst für den Aufstellungsbeschluss gestimmt. Aber im Nachhinein muss ich sagen, das ist in Fehler gewesen.“ Es handele sich um ein „wunderschönes Stück” Bünder Land, das den Folgen des Klimawandels entgegenwirke. „Und das sollten wir nicht bebauen.“

Bedarf ab sozialem Wohnraum ist da

Soweit wollten die anderen Fraktionen nicht gehen. Eine komplette Rückabwicklung des Beschlusses kam für SPD-Mann Wolfgang Pohl und CDU-Bürgermeisterkandidat Martin Schuster, trotz „großen Verständnisses“ nicht infrage. „Wir beschließen zum jetzigen Zeitpunkt ohnehin noch nicht darüber ob und welcher Form gebaut wird“, so Schuster. Man wolle nur herausfinden, was dort überhaupt möglich sei. Pohl brachte die Betrachtung weiterer Areale, vor allem für den sozialen Wohnungsbau, ins Spiel.

Elmar Holstiege nannte als mögliche Standorte den Heidesportplatz, das Gelände des ehemaligen Naafi-Shops, das die Stadt erwerben wolle, ein leeres Grundstück an der Hauptstraße und richtete seinen Blick zudem die Leerstände in der Innenstadt, die umgenutzt werden könnten.

Für die Stadtverwaltung betonte Volker Dix, dass die Suche nach einem passenden Büro für die Begleitung eines Investorenauswahlverfahrens für eine etwaige Feldmark-Bebauung derzeit ohnehin ruhe – wegen der anhaltenden Diskussionen um die Fläche. Die Ausschreibung sei aber beendet und mehrere Interessenten hätten sich gemeldet. Technischer Beigeordneter Andreas Siepenkothen verdeutlichte, dass in der Stadt dringend bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden müsse. Der Bedarf sei da.

Grundstückswert: eine Million Euro

Norbert Darnauer (UWG) erkundigte sich nach dem Wert der Feldmark-Fläche. Nach Auskunft von Siepenkothen betrage dieser rund eine Million Euro. „Und über diesen Betrag sprechen wir, wenn es darum geht ob es eine Grünfläche bleibt oder dort Bebauung hinkommt“, so Darnauer, der nachdringlich für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums plädierte.

Martin Schuster schlug letztlich vor, vor der ersten Sitzung des Planungsausschusses nach der Kommunalwahl einen Workshop abzuhalten, der sich mit der Thematik auseinandersetze: „Wir müssen sagen, wo wir politisch hinwollen und der Verwaltung einen klaren Auftrag mitgeben.“ Die Idee fand letztlich Anklang bei einer Ausschussmehrheit. So soll die Verwaltung bis dahin mögliche Bauland-Alternativen zum Feldmark-Areal zusammentragen und in dem Workshop mit den Vertretern der Fraktionen darüber beraten. Dann soll der Fachausschuss eine Entscheidung in der Sache fällen. Der Grünen-Antrag wurde hingegen abgelehnt. Das letzte Wort in der Sache hat der Stadtrat.

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