Immer zu Sommerbeginn wenden sich Schwimmbecken-Besitzer an die Brandbekämpfer in Bünde

Feuerwehrchef sagt: „Wir befüllen keine Privat-Pools“

Bünde (WB)

Dieses Thema beschäftigt die Bünder Feuerwehr alle Jahre wieder: Immer kurz vor Sommerbeginn melden sich Pool-Besitzer, die wissen wollen, ob die Brandbekämpfer die Schwimmbecken mit Wasser befüllen könnten. „Nein, das machen wir nicht“, sagt Feuerwehrchef Rüdiger Meier.

Daniel Salmon

Für das Befüllen von Privat-Pools ist die Feuerwehr nicht zuständig. Foto: dpa/Boris Roessler

Temperaturen knapp unter der 30 Grad-Marke und Sonnenschein sagt der Wetterbericht für diesen Sonntag voraus. Was liegt da näher, als sich im eigenen Pool im heimischen Garten eine kleine Abkühlung zu gönnen? Oftmals haben die Becken, die es für kleines Geld in den Discountern gibt, stattliche Ausmaße mit einem Fassungsvermögen von nicht selten 20 Kubikmetern. Diese mit einem normalen Gartenschlauch mit Wasser zu befüllen, dauert natürlich lange.

Wenig verwunderlich also, dass so mancher Bürger auf die Idee kommt, die Feuerwehr mit ihren großen C-Rohren um Hilfe zu bitten. Zwischen 100 und 200 Liter Wasser gehen pro Minute durch die Schläuche und ein Hydrant ist ja meist nicht allzu vom eigenen Grundstück weit entfernt. Und scheinbar hält sich der Mythos, dass die Feuerwehr „für eine oder zwei Kisten Bier“ gerne mal zur Hilfe eilt hartnäckig.

„Zum Start der Pool-Saison kommen ab und zu tatsächlich solche Anfragen bei uns an“, bestätigt Stadtbrandinspektor Meier. Allerdings dürfe die Feuerwehr nicht einfach Pools, Teiche oder ähnliche Behältnisse von Bürgern befüllen. Das gehöre erstens nicht zum Aufgabenspektrum der Einsatzkräfte und außerdem könne die Feuerwehr nicht einfach große Mengen Wasser aus dem öffentlichen Trinkwassernetz entnehmen.

„Im Rahmen von Übungsdiensten kann es zwar schon mal vorkommen, dass wir so etwas machen. Das hat dann aber natürlich eine völlig andere Bewandtnis“, räumt der Bünder Feuerwehrchef ein. Als bezahlte oder sogar kostenlose Dienstleistung gehe sowas etwas natürlich nicht.

Meier: „Das ist dasselbe, wenn die Leute sehen, dass wir irgendwo außerhalb eines regulären Einsatzes Bäume fällen. Die Leute fragen uns dann: Könnt ihr bei mir nicht auch einen Baum fällen? Aber auch in diesen Fällen handelt es sich um Übungsdienste, bei denen wir für den Ernstfall trainieren.“

Wer Hilfe bei der Befüllung seines Pools benötige, der müsse sich an den örtlichen Wasserversorger – in Bünde ist das die EWB – wenden. „Dort kann man sich ein Standrohr und eine Wasseruhr leihen“, so der Feuerwehrchef. Das Standrohr könne dann an einen Hydranten angeschlossen werden. Die Wasserentnahme koste dann aber natürlich Geld.

Zu Bedenken gibt Meier in dem Zusammenhang, ob es in besonders trockenen Sommern aufgrund von möglicher Wasserknappheit überhaupt Sinn mache, große Privatpools zu befüllen. „Aus ökologischen und wasserwirtschaftlichen Gesichtspunkten sollte man sowas zumindest für sich selbst hinterfragen.“ So hatten die benachbarten Städte Löhne und Bad Oeynhausen im heißen Sommer 2019 mit einer Trinkwasserknappheit zu kämpfen. Das Befüllen von Pools war dort seinerzeit sogar durch eine Notverordnung verboten und mit einem Bußgeld belegt worden.

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