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Leserin verärgert über frei laufende Vierbeiner zwischen Gräbern – Stadt bestätigt Eingang von Beschwerden

„Friedhof ist keine Hundewiese!“

Bünde (WB)

Kothäufchen an Wegrändern, frei laufende Hunde zwischen Grabsteinen: Wenn Margit K. (Name geändert) auf dem Bünder Feldmarkfriedhof die letzte Ruhestätte ihres Mannes besucht, kann sie nur den Kopf schütteln. „Das geht doch alles nicht. Der Friedhof ist doch keine Hundewiese“, sagt die Rentnerin, die auch schon die Stadt eingeschaltet hatte.

Daniel Salmon

Frei laufende Hunde auf dem Friedhof sind Margit K. ein Dorn im Auge: „Die machen doch da auch hin“, beschwert sie sich. Foto: Christoph Schmidt

Mehrmals in der Woche sieht sie – zumeist frühabends – am Grab ihres Gatten nach dem Rechten. Und oft bietet sich ihr das gleiche Bild, wie sie dem WESTFALEN-BLATT berichtet. „Auf dem Friedhof sind immer eine Menge Spaziergänger unterwegs, viele mit Hunden. Meistens sind es die gleichen Leute, darunter auch viele Senioren. Sobald die den Friedhof betreten, machen sie die Hunde von der Leine und die laufen dann überall frei rum und heben ihre Beinchen dann teilweise auch an den Grabsteinen“, echauffiert sich die Seniorin.

Einen der Spaziergänger, ein Mann Mitte 50 mit zwei kleinen Hunden, hat Margit K. direkt angesprochen. „Der machte seine beiden Kläffer sofort los. Ich sagte ihm, dass das hier nicht ginge. Der wäre mir fast in den Nacken gesprungen“, berichtet die WESTFALEN-BLATT-Leserin. Der Stadtverwaltung habe sie ihre Beobachtungen bereits geschildert: „Die haben gesagt, sie kontrollieren die Friedhöfe auch. Geändert hat sich aber nichts.“ K. fordert daher die Aufstellung von Verbotsschildern. „Hunde gehören einfach nicht auf einen Friedhof.“

Doch was sagt die Stadt zu dieser Angelegenheit? Laut Stadtsprecherin Doris Greiner-Rietz hatte das Thema „Hunde auf dem Friedhof“ unlängst auf der Tagesordnung im Bünder Haupt- und Finanzausschuss gestanden. Das Gremium hatte beschlossen, dass Hunde probeweise auf dem Gelände an der kurzen Leine geführt werden dürfen. „Der Beschluss ging auf einen Bürgerantrag zurück, vor dem Hintergrund, trauernden Personen die Möglichkeit zu bieten, gemeinsam mit dem Hund das Grab eines geliebten Menschen zu besuchen“, sagt Greiner-Rietz.

Nach dem politischen Votum war die Beschilderung auf den Friedhöfen entsprechend geändert worden: Die Hundeverbotszeichen wurden überklebt.

„Leider hat sich gezeigt, dass viele den Friedhof als Hundewiese nutzen und ihre Tiere frei herumlaufen lassen. Diese Problematik ist der Verwaltung bekannt, weil regelmäßig Beschwerden dazu eingehen“, schildert die Stadtsprecherin. Der Außendienst des Ordnungsamtes kontrolliert die Friedhöfe. Aber: Sobald die Mitarbeiter vom Ordnungsdienst entdeckt werden, verlassen die Hundebesitzer schnell das Gelände. „Das kommt regelmäßig vor. Eine Nachweisbarkeit eines Vergehens ist daher schwierig. Das heißt, Verfahren sind hier nur schwer einzuleiten..“

Eine intensive Kontrolle von insgesamt 14 städtischen Friedhöfen sei zudem aufwändig und erfordere einen hohen Personaleinsatz. Zudem stünden aktuell die umfangreichen Kontrollmaßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie im Fokus.

Die Politik wird sich dem Thema demnächst aber noch mal annehmen. Denn derzeit wird die Friedhofssatzung überarbeitet. „Und auch das Thema „Hunde“ wird Bestandteil der Überarbeitung sein. Das Thema soll in einer der nächsten Sitzungen des Planungsausschusses behandelt werden“, erklärt Doris Greiner-Rietz.

Die Bußgelder

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