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Sascha Mitschka und Nicole Große-Johannböcke wollen Schokoladerie in Bünder Fußgängerzone eröffnen – Produktion einsehbar

Gläserne Schokoladen-Manufaktur

Bünde (WB)

Für ein paar Wochen war er ein vertrauter Anblick in der Fußgängerzone: der Verkaufswagen, in dem Konditormeister und Chef-Patissier Sascha Mitschka und Nicole Große-Johannböcke verführerische Süßigkeiten angeboten haben. Doch am 29. November, dem ersten Advent, musste er schließen – Bürgermeisterin Susanne Rutenkröger hatte den Abbau aller Verzehrbuden in der Fußgängerzone angeordnet. Man wolle ein erhöhtes Infektionsrisiko vermeiden.

Hilko Raske

Haus Eschstraße 5-7: Hier befand sich bis vor kurzem ein Esprit-Shop, schon bald könnte hier eine gläserne Schokoladenmanufaktur entstehen. Foto: Daniel Salmon

Für die Betreiber war es der zweite Nackenschlag innerhalb weniger Monate. Denn eigentlich wollten sie schon längst in der ehemaligen Alten Apotheke (Eschstraße 16) eine eigene Konditorei mit Café betreiben. „Der Mietvertrag war unterschrieben, die Eröffnung für den 1. Mai 2020 vorgesehen“, sagt Große-Johannböcke, die 2019 ein eigenes Geschäft in der Fußgängerzone – das „Easy Living“ – hatte.

Die Pläne seien bis ins Detail ausgearbeitet gewesen, ein Jahr habe man sich akribisch vorbereitet. „Innen sollte es 85 Sitzplätze geben, im Außenbereich 150“, sagt Große-Johannböcke. Auch der Name stand fest, ein eigenes Logo war entworfen: die „16“, also die Hausnummer, sollte alles zieren. Daraus wurde allerdings nichts. „Der Zeitplan für die Renovierung der denkmalgeschützten Alten Apotheke konnte nicht ansatzweise eingehalten werden.“

Entmutigen lassen haben sich die beiden nicht. Jetzt nehmen sie das nächste Projekt in Angriff. Und diesmal schaut es so aus, als würden sie ihren Traum verwirklichen können. Im Haus Eschstraße 5-7 – hier befand sich bis vor kurzem ein Esprit-Shop – wollen sie eine Schokoladerie mit Café eröffnen. Dabei können sie auf finanzielle Unterstützung durch ein Landesprogramm zur Stärkung der Innenstädte und Zentren hoffen. Dank der Fördermittel kann die Stadt Bünde leere Objekte anmieten und Interessenten zu attraktiven Konditionen zur Verfügung stellen. Mit diesen stark reduzierten Mietpreisen will die Stadt neuen Betrieben und ansässigen Unternehmen, die sich weiterentwickeln wollen, Starthilfe geben.

„Wir stehen schon in den Startlöchern“, sagt Mitschka. Der Mietvertrag sei inzwischen unterzeichnet. Das Ladenlokal im Erdgeschoss würde sich – entsprechende Umbauten vorausgesetzt – hervorragend eignen. Das Erdgeschoss habe etwa 260 Quadratmeter an Fläche, dazu komme ein Keller von etwa 100 Quadratmetern. „Es gibt eine große Glasfront, der Zugang ist barrierefrei.“

Man wolle sich auf Schokoladen und ganz speziell Pralinen und Feinkost wie Weine und Präsentkörbe spezialisieren. Im Sortiment bleiben auch die beliebten Macarons und handveredelte Verpackungen. „Für Passanten soll unsere Schokoladen- und Pralinenmanufaktur einsehbar sein.“ Man benötige dafür ausreichend Produktionsfläche, aber auch Räumlichkeiten wie ein Kühlhaus. „Bislang kennen die meisten unserer Kunden die Bünder Trüffel, die ich selber herstelle. Künftig sollen es dann auch richtig feine Pralinen werden, bei denen die Hülle gegossen und jede einzelne individuell verziert wird.“

Dazu solle es auch einen Café-Bereich geben. Der werde aber nicht so groß ausfallen, wie es für die Alte Apotheke vorgesehen war. Das Schöne aus seiner Sicht: „Wir fangen nicht bei Null an, sondern haben einen treuen Kundenstamm.“

Als nächstes sollen die entsprechenden Planungen für den notwendigen Umbau vorgenommen werden. Danach müsse die erforderliche Baugenehmigung eingeholt werden. „Wenn wir im September dann eröffnen könnten, wären wir beide sehr froh“, sagt Mitschka. Man brauche für so ein Vorhaben einen langen Atem. Aber eines sei mit Blicke auf die zurückliegenden Monate auch klar: „Wir wollen wieder Geld verdienen.“

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