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Erste Reparatur hat nichts gebracht – Deutsche Bahn will nachbessern

Gleislärm bringt Bünder noch immer auf die Palme

Bünde (WB). Seit fast drei Monaten bringen laute Schlaggeräusche auf der nahegelegenen Bahnstrecke zahlreiche Spradower regelrecht auf die Palme. Nun will die Deutsche Bahn das »Lärmproblem« endlich in den Griff bekommen.

Daniel Salmon

Die Anwohner der Bahnstrecke in Spradow hoffen, dass das »Lärmproblem« bald behoben wird. Foto: Thomas F. Starke

Das kündigte zumindest ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage dieser Zeitung an.

Bereits Mitte Mai hatten sich Anwohner der Gleisstrecke in der Angelegenheit an das WESTFALEN-BLATT gewandt . »Zwischen dem Bahnübergang Semmelweg und der Brücke Lübbecker Straße war von der Bahn vor kurzem zusätzliche Technik eingebaut worden«, hatte Anlieger Hans Niermann damals erklärt. Und diese »neue Technik« habe dafür gesorgt, dass der »normale« Lärm der durchfahrenden Züge durch starke Schlaggeräusche noch übertönt werde. »Die sind weithin hörbar, wenn ein Zug die entsprechende Stelle überfährt«, hatte der 74-Jährige beklagt, der die Bahn auch über die Lärmentwicklung informiert hatte.

SPD-Politiker auch vor Ort

Kommentar

Seit gut drei Monaten müssen die Anlieger mit dem Lärm leben. Eigentlich hätte die Bahn das Problem schon längst behoben haben müssen, die Bürger hatten das Unternehmen schließlich vor geraumer Zeit darauf aufmerksam gemacht. Aber anscheinend muss erst die Zeitung aktiv werden, damit sich etwas tut und Infos über den Missstand und Maßnahmen diesen zu beheben überhaupt publik werden. Bleibt zu hoffen, dass die Schlaggeräusche nun im zweiten Anlauf endlich behoben und zumindest in dieser Sache in Spradow endlich wieder Ruhe einkehrt.

Auf Anfrage hatte ein DB-Sprecher seinerzeit ausgeführt , dass nach dem Austausch einiger Weichenschwellen in dem Bereich »ein sogenannter Isolier-Stoß« festgestellt wurde, der die lauten Schlaggeräusche verursache. Für den 17. Mai kündigte er Schleifarbeiten an dem Isolierstoß an. »Danach ist davon auszugehen, dass die störenden Geräusche verschwinden«, hatte sich der Bahnsprecher überzeugt gezeigt.

Funktioniert hat die Maßnahme der Bahn aber anscheinend nicht. Eine Woche später hatte sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze auf Bitten der betroffenen Spradower vor Ort selbst ein Bild vom Lärmproblem gemacht. »Das Geräusch ist deutlich zu hören«, befand der Politiker und versprach, in der Sache noch mal mit der DB in Kontakt zu treten.

Behoben wurde das Problem seither aber scheinbar nicht. Denn in den vergangenen Tagen meldeten sich erneut Anlieger der Bahnstrecke in der Redaktion. »Ich habe mich schon an den Beschwerdeservice der Bahn gewandt. Eine Antwort habe ich aber nicht bekommen«, so einer der Anrufer.

DB antwortet auf WB-Anfrage

Also hakte das WESTFALEN-BLATT noch einmal bei der DB nach – und erhielt binnen 24 Stunden auch eine Rückmeldung. Ein Bahnsprecher teilte mit, dass der Isolierstoß zwar bereits im Mai geschliffen wurde. Allerdings hätten die für die Anlieger nervigen Schlaggeräusche dadurch »nicht im erhofften Maße reduziert werden« können.

»Mitte Juni gab es daher eine Sonderinspektion mit Ultraschall. Aufgrund der Inspektionsergebnisse wurde nun eine umfangreichere Instandhaltungsmaßnahme an den Weichen für die Nacht vom 10. auf den 11. Juli eingeplant«, so der DB-Mitarbeiter weiter. Dabei werde dann eine sogenannte Auftragsschweißung im Bereich der Weiche durchgeführt, um die Gleichmäßigkeit der Schienenoberfläche wieder herzustellen.

Die Spradower hoffen nun, dass nach Abschluss dieser Arbeiten das Lärmproblem auch tatsächlich verschwindet. »Wir sind alle gespannt, ob der Krach dann auch tatsächlich aufhört. Und wenn nicht, dann werden wir der Bahn aufs Dach steigen«, sagte ein Anlieger.

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