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Frisch gestrichener Rinderstall wieder von Sprayern verunstaltet

Graffiti-Schmierereien sorgen erneut für Ärger

Bünde (WB). Bereits seit Monaten tauchen in der Stadt immer wieder Graffiti mit dem Kürzel SKB auf. Und erneut haben die Sprayer wieder den Rinderstall der Familie Meyer beschmiert – nur wenige Tage nachdem ein erster Schriftzug entfernt wurde.

Daniel Salmon

Karl-Heinrich Meyer und Sohn Christian sind sauer: Gerade erst hatten sie die Schmierereien an ihrem Rinderstall entfernt, schon sind wieder neue aufgetaucht. Der 59-Jährige will sich nun auf die Lauer legen, damit so etwas nicht erneut vorkommt. Foto: Daniel Salmon

»So langsam reicht’s. Das ist wirklich eine Sauerei«, ärgert sich Karl-Heinrich Meyer. Erst Ende Oktober vergangenen Jahres hatten unbekannten Schmierfinken den Holzbau am Heggeweg mit Farbe verschandelt. Seinerzeit hatten die Meyers 500 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung der Täter führen. Aber niemand meldete sich.

»Und nun schon wieder. Wir hatten gerade für 110 Euro Farbe gekauft, mein Sohn hatte alles übergestrichen. Kaum vier Tage später waren neue Schmierereien da«, so der 59-Jährige. Sofort erstattete Karl-Heinrich Meyer Anzeige wegen Sachbeschädigung bei der Polizei. Bereits einige Tage früher waren auch Weidepfähle des Geländes, auf dem die Hochlandrinder der Familie grasen, angesprüht worden: »Auch da steht ›SKB‹ drauf. Überall in der Stadt findet man diese Buchstaben auf Garagentoren und Hauswänden. Ich verstehe nicht, dass niemand die Sprayer mal sieht.«

Zahlreiche Grafitti in der ganzen Stadt

Nach Informationen dieser Zeitung sollen in den vergangenen Monaten fast 100 Schmierereien dokumentiert worden seien. Unter anderem hatten sich Unbekannte auch an Hinweistafeln, die Naturschützer an der Nienburger Mühle und im Hunnebrocker Bruch aufgestellt hatten, vergangen und mit ihren so genannten »Tags« besprüht. Im März war bekannt geworden, dass der Polizei bereits zu Jahresanfang ein 20-Jähriger ins Netz gegangen war, der zumindest für einen Teil der Graffiti im Stadtgebiet verantwortlich sein soll.

Kreispolizeisprecher Steven Haydon rät allen Geschädigten, wegen jedem einzelnen Graffito Anzeige zu erstatten. »So etwas ist Sachbeschädigung, kein Kavaliersdelikt und erst recht keine Form der Kunst. Es wird als Straftat behandelt«, sagt der Beamte. Jeder Täter müsse sich im Klaren sein, dass sich durch die Schmierereien nicht unerhebliche Entschädigungsforderungen ergeben könnten.

Was bedeutet »SKB«?

Was das häufig verwendete Kürzel »SKB« bedeutet, weiß auch der Polizist nicht. »Es gibt Theorien, dass es ›Sprayer Kommunity Bünde‹ heißt. Aber das kann eigentlich nicht sein. In einem Präventionsfaltblatt des LKA aus den 1990ern wurde schon über diese Buchstabenkombination berichtet. Die ist schon damals bundesweit verwendet worden«, so Haydon.

Der Beamte betont: »Bei verdächtigen Wahrnehmungen diesbezüglich sollten sich Bürger sofort unter 110 bei der Polizei melden. Wir sind auf solche Hinweise angewiesen, um die Täter zu schnappen.« Karl-Heinrich Meyer betont indes: »Ich werde mich auf die Lauer legen, damit unser Stall nicht schon wieder beschmiert wird.«

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