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Der Bünder Allgemeinmediziner Dr. Bruno Weil appelliert an Impfwillige: „Bitte alle notwendigen Dokumente vorher ausfüllen“

Hausarzt ist bereit für Praxis-Impfstart – und er hat eine Bitte

Bünde (WB)

Gleich nach Ostern sollen auch in Bünder Hausarztpraxen Corona-Schutzimpfungen durchgeführt werden. Allgemeinmediziner Dr. Bruno Weil hat bereits die ersten Dosen geordert.

Daniel Salmon

Bereits Anfang März hatte Dr. Bruno Weil gefordert, dass Hausarztpraxen so schnell wie möglich in die Impf-Kampagne einsteigen sollen. Jetzt bereitet sich der Allgemeinmediziner auf den Impfstart nach Ostern vor. Foto: Salmon

Damit ab dem 7. April alles reibungslos vonstatten geht, appelliert er an die Patienten: „Bitte besorgen Sie sich alle notwendigen Formulare vorher und bringen diese ausgefüllt mit.“

Das sei wichtig, um eine konsequente Impfdurchführung zu gewährleisten, erklärt der Hausarzt. Er betont: „Die Impfungen in den Arztpraxen werden teilweise während des laufenden Betriebs, teils über separate Impfsprechstunden durchgeführt. Aber egal, wie das genau geschieht: Bei der Durchführung der Impfungen ist Geschwindigkeit gefragt, denn diese dramatische Situation kann nur zeitnah verändert werden, wenn viele Patienten rasch geimpft werden.“

Weil befürchtet allerdings, dass wenn die Patienten erst in den Arztpraxen die Aufklärungs- und Beratungsbögen sowie die Einwilligungserklärungen erhalten, durchsehen, unterschreiben und dann noch viele Fragen anfallen, der angestrebte Impf-Turbo zu einer Impf-Schnecke mutiere. Der Mediziner bittet die Impfwilligen daher darum, sich die notwendigen Formulare selbst oder mit fremder Hilfe vorher zu besorgen.

Über die Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) könne man sich unter www.corona-kvwl.de/praxisimpfung die Dokumente zur Impfaufklärung, Beratung und Einwilligungen herunterladen und im Vorfeld bearbeiten. „Die Aufklärungsbögen können sowohl für m-RNA-Vakzine (Biontech-Pfizer) sowie Vektorimpfstoffe – also Astrazeneca – ausgedruckt werden. Die unterschriebenen Dokumente sollten dann am Impftermin mit in die Praxis gebracht werden“, informiert Dr. Weil. Zudem sollten alle Impf-Patienten – sofern vorhanden – ihre Impfpässe in die Praxis mitbringen.

Wie wohl auch seine Kollegen hat der Bünder Arzt bereits ausgelotet, welche seiner Patienten er mit den zu Anfang sicher knappen Impfmengen zuerst versorgt. „Wir haben unsere Patienten angesprochen und eine Liste mit Impfwilligen erstellt. Da stehen 250 bis 300 Namen drauf“, erklärt Weil. Die von ihm erstellte Priorisierung orientiert sich an den verschiedenen Krankheitsbildern seiner Patienten. Das Vakzin für einen ersten Impftag in seiner Praxis hat er bereits bestellt. „Man kann 20 bis 50 Impfdosen bekommen. Ob man soviel bekommt, wie man bestellt hat, ist aber unklar. 20 Dosen sollen es aber wohl in jedem Fall sein. Interessanterweise bekommen wir zunächst das Vakzin von Biontech-Pfizer geliefert. Auf einmal geht das. Vor einiger Zeit hieß es noch, der Impfstoff könne nicht in Hausarztpraxen verabreicht werden“, wundert sich Weil.

Laut seiner Aussage soll die Impfmenge am 6. April in seine Praxis geliefert werden: „Wenn wir wissen, wie viele Dosen wir bekommen haben, rufen wir sofort die Patienten auf unserer Liste an. Ich bitte die Leute ausdrücklich, sich nicht von sich aus zu melden. Wir kommen auf sie zu.“ Die Angerufenen wolle er dann am Mittwoch, 7. April, im Anschluss an den regulären Praxisbetrieb zur Impfsprechstunde einbestellen.

Zweite Impfdosis nun doch erst nach sechs Wochen

Dr. Weil erklärt, dass nach der ersten Verabreichung des Impfstoffes von Biontech-Pfizer, die zweite Dosis nun sechs Wochen später gespritzt werde. „Vorher war eigentlich immer die Rede davon, dass der zweite Impftermin bereits nach drei Wochen erfolgen muss“, so der Bünder. Der Allgemeinmediziner informiert zudem: „Nach der Impfung sollte man sich mindestens noch 15 Minuten in der Nähe der Praxis aufhalten, falls in sehr seltenen Fällen unerwünschte Nebenwirkungen auftreten sollten.“ Patienten mit schweren Allergien oder gravierenden Grunderkrankungen müssten gegebenenfalls sogar 30 Minuten nach der Corona-Schutzimpfung überwacht werden. „Diese Grundinformationen hätten eigentlich vom Gesundheitsministerium und den Krankenkassen längst per Brief an alle Versicherten in Deutschland verschickt werden müssen“, meint Bruno Weil.

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