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Covid-19-Impfungen: Verband signalisiert Einsatzbereitschaft – Herforder Mediziner hätten lieber erst den Impfstoff

„Hausärzte stehen bereit“

Herford (WB)

Auf die demonstrative Impfentschlossenheit des westfälischen-lippischen Hausärzteverbandes reagiert der Herforder Hausarzt Mahmut Ayhan zurückhaltend. „Ja, wir impfen, sobald es Impfstoff gibt“, lässt er von der Arzthelferin am Praxistresen ausrichten.

Stephan Rechlin

Die Hausärzte im Kreis Herford sind auf einen Impfeinsatz vorbereitet, sobald der Impfstoff verfügbar ist. Foto: Philipp von Ditfurth

Der Verband Westfalen-Lippe sieht die Hausärztinnen und Hausärzte voll gerüstet, Impfungen gegen das Coronavirus in den Hausarztpraxen zu übernehmen. Anke Richter-Scheer, Hausärztin in Bad Oeynhausen und Vorsitzende des Hausärzteverbandes: „Die wichtigste Voraussetzung dafür – ausreichend Impfstoff – wird aller Voraussicht nach im März und April erfüllt sein. Ist das in Kombination mit einem koordinierten Priorisierungs- und Einbestellungssystem durch das Land gegeben, könnten Hausarztpraxen spätestens Anfang des zweiten Quartals in den Impfprozess einsteigen.“

Zu Beginn seien dabei Schwerpunktpraxen sinnvoll, um die Impfzentren zu unterstützen und den Impffortschritt zu beschleunigen. Das Impfen sollte außerhalb der Sprechstundenzeiten laufen, damit die übrige Patientenversorgung davon nicht beeinträchtigt wird. Außerdem sollte der Fokus bei den Impfpraxen auf hausärztlichen, kinder- und jugendmedizinischen Praxen liegen, da hier die primäre Patientenversorgung stattfinde und man die Patienten am besten kenne. In diesen Praxen könnten somit auch Einschätzungen, etwa zu Fragen nach dem zeitlichen Abstand zu anderen Impfungen oder zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, vorgenommen und Entscheidungen fundiert getroffen werden. Richter-Scheer: „Erst- und Zweitimpfung sollten in einer Praxis durchgeführt werden, auch um die Dokumentation zu erleichtern.“

Eine wichtige Rahmenbedingung, die für das Impfen in Hausarztpraxen geschaffen werden müsse, sei dabei aber auch, dass überflüssiger bürokratischer Aufwand abgebaut werde. Die Dokumentation müsse deutlich reduziert werden.

Richter-Scheer: „Die Hausärztinnen und Hausärzte mit ihren Teams bilden mit großem Einsatz bereits seit Monaten die Basis zur Bekämpfung der Pandemie. Wir hören von vielen Kolleginnen und Kollegen, dass sie sich auch aktiv am Impfprozess beteiligen wollen, um den Infektionsschutz der Bevölkerung schnellstmöglich zu erhöhen.“ Und stellt fest: „Wir stehen bereit.“

Ihr für den Bezirk Herford-Minden zuständiger Kollege Dr. Hermann Lorenz würde diese Botschaft lieber erst dann verkünden, wenn die Praxen auch Termine vergeben können: „Denn noch ist bei uns nichts eingetroffen.“ Über den Ansturm der nächsten Alters - und Prioritätengruppen mache sich Lorenz keine Illusionen: „Das Impfzentrum allein wird diese Zahl von Terminen nicht mehr alleine bewältigen können und ist auf die Mithilfe der Hausärzte angewiesen.“

Deren Einsatzfähigkeit stellt auch Dr. Lorenz nicht in Frage: „Es hat eine Bereitschaftsabfrage gegeben. Es ist tatsächlich kein Problem.“

Sogar der stark zu kühlende Impfstoff von Biontech/Pfizer sei in Praxen einsetzbar, wenn er täglich geliefert, in herkömmlichen Kühlschränken deponiert und binnen sechs Tagen verimpft werde.

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