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Martin Scholz stellt im Museum aus: Die Bilder des Bünders laden zum Entdecken ein

Ich sehe was, was Du nicht siehst

Bünde (WB/bex). Was will uns der Künstler damit sagen? Nein, diese überstrapazierte Frage sollte man Martin Scholz nicht stellen. Es liegt im Auge des Betrachters, was das Kunstwerk »sagt«. Also frei nach der Devise: Ich sehe was, was Du (vielleicht) nicht siehst. »Man kann halt ganz verschiedene Dinge in meine Bilder ›hineinsehen‹«, erklärt Scholz.

Der Bünder Künstler Martin Scholz zeigt von Sonntag bis zum 17. März Ölbilder, Tuschzeichnungen und Holzschnitte im Museum. Foto: Bexte

Und das macht sie aus: Die Farbflächen, Formen, Silhouetten lassen jeden Betrachter etwas anderes erkennen: Ist es ein abstraktes Frauenportrait oder doch ein Baum, ein Höhenrelief oder eher der Schaltkreis einer Platine?

Von Sonntag an und noch bis zum 17. März kann sich jeder Kunstinteressierte selbst ein Bild von Scholz Bildern machen: Werke in Öl, Tuschzeichnungen und Holzschnitte sind bis zum 17. März im Museum an der Fünfhausenstraße zu sehen. »Farbfugen« hat Scholz die Ausstellung mit Werken aus den vergangenen drei Jahren überschrieben. Das ist mehrdeutig zu verstehen: Die abstrakten Motive entstehen durch das Zusammenfügen von Farben, lassen aber auch Fugen zwischen Farbfeldern entstehen, zeigen farbige Linien – abgrenzend oder verbindend.

Eine Vitrine mit Bezugspunkten

In Bünde hat Martin Scholz schon lange nicht mehr ausgestellt. Dabei lebt der 60-Jährige in der Elsestadt, hier entstehen seine Werke. Inspiration holte er sich zuletzt aber ganz woanders: Zwei Reisen durch Marokko hatten starken Einfluss auf seine Bilder. Warme Sandtöne sind zu sehen, aber auch das Blau des Nordens. »In meinen Bildern begegnen sich verschiedene Welten, fremd und kontrastreich.« So haben die Tuschzeichnungen etwas Archaisches, erinnern bisweilen an ägyptische Hieroglyphen. Scholz nennt das »malerische Collagen«, die neue Beziehungen der Elemente zueinander schaffen, »eine fremdartige Poesie«.

Um die Kunst des Bünders, der als »Brotberuf« ein Grafik-Designbüro in Bielefeld unterhält, in einen historischen und kunstgeschichtlichen Kontext zu setzen, verweist Museumsleiter Michael Strauß auf eine Vitrine, in der Bezugspunkte zur Kunst Scholz’ ausgestellt sind: marokkanische Fliesen, Steine, afrikanische Holzfiguren oder alte naturkundliche Zeichnungen.

Gespräch mit dem Künstler

Scholz stammt aus Wuppertal. Von 1979 bis 1985 studierte er Malerei an der Fachhochschule Bielefeld, anschließend bis 1987 an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Seine Werke hat er in zahlreichen Ausstellungen in der Region, aber auch in London, Berlin oder Köln gezeigt. Lehraufträge für Gestaltungslehre führten ihn erneut an die Fachhochschule Bielefeld. Die Ausstellung wird am Sonntag um 11.30 Uhr eröffnet. Für Donnerstag, 7. März, lädt Scholz zum Gespräch über seine Kunst ins Museum ein (20 Uhr).

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