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GMA will Personal abbauen – Betriebsrat zu spät von der Geschäftsführung informiert?

IG Metall sieht einen Rechtsbruch

Bünde (WB). Etwa 170 Beschäftigte hat derzeit die im Bünder Stadtteil Ahle ansässige GMA Metall GmbH, die zur Aunde-Gruppe gehört. Geht es nach der Geschäftsführung, sollen etwa 70 von ihnen ihren Arbeitsplatz verlieren. Die GMA stehe unter einem enormen wirtschaftlichen Druck, teilte Christin Schling, zuständig für die Unternehmenskommunikation, mit. Das insgesamt rückläufige Umsatzniveau der Automobilindustrie habe in den zurückliegenden drei Jahren zu einem kontinuierlichen Ergebnisrückgang geführt, die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie hätten die wirtschaftlich schwierige Situation noch verschärft. „Vor diesem Hintergrund muss GMA jetzt handeln, um den Standort Bünde nachhaltig zu sichern.“

Hilko Raske

70 von 170 Mitarbeitern der GMA Metall GmbH in Ahle sollen nach Vorstellung der Geschäftsleitung ihren Arbeitsplatz verlieren. Foto: Kathrin Weege

Über die neueste Entwicklung im Unternehmen und den geplanten Personalabbau ist die Belegschaft am Montagnachmittag informiert worden.

Nach Einschätzung von Peter Kleint, Geschäftsführer der IG Metall Herford, hat die Geschäftsführung mit dieser Vorgehensweise gegen das Betriebsverfassungsgesetz verstoßen. „Das Betriebsverfassungsgesetz sieht vor, dass Geschäftsführungen den Betriebsrat in Angelegenheiten, die Personalabbau beinhalten, bereits in der Planungsphase zu informieren haben, damit der Betriebsrat Alternativvorschläge zu personellen Zwangsmaßnahmen mit der Geschäftsleitung erörtern kann“, informiert der Gewerkschafter. Es sei ja wohl kaum anzunehmen, dass Robert Pertlwieser, Geschäftsleiter der GMA Metall GmbH, diese Entscheidung erst kurz vorher getroffen habe, so Kleint. „Pertlwiesers Rechtsbruch der späten Information des Betriebsrates gegenüber hat maßgebliche Auswirkungen auf die bestehenden Handlungsmöglichkeiten des Betriebsrats. Die vollendeten Tatsachen, die am Montag in der Mitarbeiterversammlung geschaffen wurden, werden bereits am Dienstag dazu führen, dass der Betriebsrat in seiner Sitzung umfangreiche Beschlüsse fassen wird, um in dem Prozess zur Sicherung von Arbeitsplätzen Raum zurück zu erobern“, hält der IG-Geschäftsführer fest.

Dabei werde es darum gehen, das Tempo, um an umfangreiche Informationen über die wirtschaftliche Situation bei GMA zu kommen, zu schleunigen“, betont Kleint. In diesem Zusammenhang werde es nicht ausreichen, die wirtschaftliche Situation von GMA isoliert zu betrachten, sondern ebenso die wirtschaftlichen Abhängigkeiten zur Aunde-Gruppe und zu Isringhausen zu beleuchten.

Die GMA Metall GmbH plant nach Angaben von Christin Schling, den Standort Bünde als Kompetenzzentrum für Fein- und Normalstanzen aufzustellen, die bestehenden Prozesse zu optimieren und die Kapazitäten an die veränderten Marktbedingungen anzupassen. Zur Sicherung des Standortes Bünde wolle das Unternehmen ein Programm auflegen, das auch den geplanten Abbau von 70 Arbeitsplätzen in den kommenden zehn Monaten umfasst.

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