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Freiherr-vom-Stein-Gymnasium führt »Sommernachtstraum« auf

Illusion trifft auf Wirklichkeit

Bünde  (WB). Im Zauberwald treffen sich Illusion und Wirklichkeit, Elfen in Ballettröckchen sind Tüllmythen – und sowieso ist William Shakespeare der Dichterfürst par excellance. Wie im »Sommernachtstraum« – oder ist es ein Trauma?

Gitta Wittschier

»Für euch soll es Seifenblasen regnen«, denkt sich Snuggle (Maxim Wiebe) und gewinnt damit die Herzen von Titania (Aileen Joanne Lehmann) und Nick Bottom (Eryk Wiecki). Sind dessen Eselsohren nur Tarnung? Shakespeare weiß die Antwort. Foto:

Der Literaturkurs des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums scheint hier nicht so sicher zu sein. Wurde beim Titel »Ein Sommernachtstraum« doch ein kleines »a« angefügt. Nun, was die eher moderne Fassung des Klassikers angeht, wäre das, positiv gesehen, sogar in Kauf zu nehmen. Denn die jungen Akteure des Literaturkurses legen sich so richtig ins Zeug. Dank ihrer Lehrerin Anne Heske, sie hat mit ihren Schützlingen seit Jahresbeginn intensiv geprobt. »Ich habe mich sehr gefreut, dass die Wahl der mitwirkenden Schüler dieses Mal auf einen Klassiker gefallen ist«, betont sie, »und wir hoffen alle, das Publikum gut unterhalten zu können«.

Reichlich Applaus von Zuschauern

Dieser Wunsch erfüllt sich in der Tat. Die zahlreich erschienenen Zuschauer spenden reichlich Beifall, oft ist es Szenenapplaus, der die Darsteller anfeuert. Einige der Rollen sind doppelt besetzt, wohl deshalb, weil das Stück nach der Premiere nochmals aufgeführt wird. So sind Marie Weisemann und Hanna Möller als Amazonenkönigin Hippolyta zu sehen. Jonah Holverscheid und Marvin Müller verkörpern den Kaufmann Lysander. Die liebliche Hermia wird von Janina Voß und Helen Stachorra in Szene gesetzt. Den Part der Helena übernehmen Nele Tödtmann und Saskia Böke, während Vivian Klatt und Aileen Joanne Lehmann in die Rolle der Elfenkönigin Titania schlüpfen.

Shakespeare ist eben magisch

Ein schwarzer Tutu wirkt nicht nur tänzerisch elegant, er kann auch Dominanz ausdrücken. Oberonia (Maria De Santis) wirbelt im Zauberwald seit Jahrtausenden herum. Den schelmischen Puck will sie unter Kontrolle bringen, doch der lässt sich eher vom Schabernack beherrschen. Dann sind da noch Philostrat (Maxim Wiebe), Hermias gestrenger Vater und vier englische Herren, die aus ihrer modernen Welt plötzlich in den Zauberwald geraten. Shakespeare ist eben magisch, auch im heutigen Zeitalter.

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