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Zahl der Gäste im Museum hat sich innerhalb von drei Jahren mehr als halbiert

Immer weniger Besucher

Bünde  (WB). Eine der größten Zigarren der Welt, dazu das Skelett einer fast 25 Millionen Jahre alten Seekuh – die Bünder Museumsinsel hat etliche Attraktionen zu bieten. Schade nur, dass die Besucherzahlen seit einigen Jahren kontinuierlich zurückgehen.

Hilko Raske

Museumsleiter Michael Strauß bereitet aktuell eine Ausstellung zum Thema Wald vor. Foto: Hilko Raske

Einen Überblick über die aktuelle Situation gab am Montagabend Museumsleiter Michael Strauß vor den Mitgliedern des Wirtschaftsförderungsausschusses. Strauß nannte konkrete Zahlen. Habe man 2013 noch etwa 12.000 Besucher begrüßen können, seien es im vergangenen Jahr knapp unter 5000 gewesen.

Allzu kritisch wollte Strauß das aber nicht bewerten. »Natürlich waren die Zahlen früher besser. Aber es gibt eine Faustregel, die besagt, dass man als Museum eine durchschnittliche Besucherzahl erreicht, wenn zehn Prozent der Bewohner vor Ort die Einrichtung besuchen.« Bei einer Stadt wie Bünde wären das etwa 4500 Menschen. In diesem Jahr habe man bereits fast 3000 Gäste zählen können. Allein durch die Zusammenarbeit mit dem Imkerverein , der sein Vereinsheim auf dem Museumsgelände habe, könne man mit 500 Besuchern rechnen, hinzu kämen die Teilnehmer am Klönabend des Vereins.

Leihausstellungen für Besucher teilweise uninteressant

Strauß nannte auch mögliche Gründe für den Besucherrückgang. Zum einen verfüge er über weniger Etat für Ausstellungen. Teilweise liege es aber auch an den Themen der Leihausstellungen, die man vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) erhalte. »Die Chemie-Ausstellung ­›T-Shirts, Tüten und Tenside‹ ist extrem schlecht gelaufen.­« Und bei der Präsentation »200 Jahre Westfalen« – ebenfalls vom LWL – habe er im Gespräch mit Lehrern an weiterführenden Schulen die Erfahrung machen müssen, dass dieses Thema im Lehrplan gar nicht vorkomme.

Künftig wolle er neue Leihausstellungen mit Blick auf den museumspädagogischen Nutzen enger mit den Lehrern vor Ort abstimmen. Von der neuen Ausstellung zum Thema Wald, die er aktuell vorbereite, erhoffe er sich großen Zuspruch. Er suche bereits den engen Kontakt zu den Bünder Schulen, damit vermehrt Schulklassen den Weg ins Museum fänden. Für das kommende Jahr sei zudem eine große Ausstellung zum Thema Meere geplant. Strauß lobte in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit dem Paläontologischen Arbeitskreis Bünde, der ihn bei den Vorbereitungen unterstütze.

Sondereffekt Neueröffnung Dobergmuseum

Hartmut Bokel, für das Museum zuständiger Amtsleiter im Rathaus, macht für die fünfstelligen Besucherzahlen vor einigen Jahren auch einen Sondereffekt geltend. »Damals ist das Dobergmuseum nach der Sanierung wieder neu eröffnet worden – die Leute waren deshalb einfach neugierig.« Zudem habe man Ausstellungen über Dinosaurier und Fabelwesen präsentiert. Die hätten sich als Publikumsmagnet erwiesen. »Aber das kann man nicht jedes Jahr bringen – irgendwann wird es für das Publikum langweilig.«

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