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Bundestagsmitglied Frank Schäffler (FDP) kritisiert Deutsche Bahn

„In Bünde kommt jeder dritte Fernzug verspätet an“

Bünde (WB/sal). Die Pünktlichkeit der Fernverkehrszüge, die den Bünder Bahnhof ansteuern, scheint verbesserungswürdig zu sein. Das geht zumindest aus einer Mitteilung des heimischen FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler hervor.

Seit Mai 2019 soll sich die Pünktlichkeit der in Bünde haltenden Fernzüge merkbar verschlechtert haben. Foto: dpa

Der Parlamentarier hatte sich in der Sache schriftlich an die Bundesregierung gewandt. Aus der Antwort geht hervor, dass mehr als jeder dritte Fernverkehrszug, der in der Elsestadt Halt macht, verspätet einfährt.

Interessant: Laut der Mitteilung ist seit Mai 2019 ist ein stetiger Rückgang der Pünktlichkeitsraten zu erkennen. So lag die Pünktlichkeitsquote für ICE, IC und EC in Bünde im Dezember 2019 bei nur noch 64,9 Prozent. Zum Vergleich: Im September desselben Jahres lag dieser Wert noch bei immerhin 74,1 Prozent. Und im Mai waren sogar noch 81,9 Prozent der Züge pünktlich. „Das ist ein nicht hinnehmbarer Zustand für Pendler, die auf die Zuverlässigkeit der Bahn angewiesen sind“, so Schäffler.

3700 Fahrten fallen pro Jahr aus

Doch wie sehen die zugrunde gelegten Kriterien aus? Laut Schäfflers Stellungnahme erfasse die Bahn die Unpünktlichkeit eines Zuges, wenn dieser mindestens sechs Minuten Verspätung aufweist. „Und das ist meist schon genug, um den eng getakteten Anschluss zu verpassen“, betont der Bünder Bundespolitiker.

Doch die sinkenden Pünktlichkeitsquoten und eng getakteten Fahrpläne bleiben nicht das einzige Problem der Deutschen Bahn. Bundesweit fallen jährlich 3700 Fahrten ersatzlos aus, wie aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervorgeht.

„Die Bahn muss endlich für Verbesserungen sorgen, wenn sie eine Alternative zu individuellen Transportmitteln sein möchte.“, fordert Frank Schäffler daher. Als mögliche Problemlösungen führt er zwei Optionen ins Feld: „Zum einen müssen vollständige Rückzahlungen des Fahrpreises bei einer Verspätung von 120 Minuten am Zielort zur Regel werden. Das wäre ein finanzieller Anreiz für die Deutsche Bahn, um für konstante Pünktlichkeitsraten zu sorgen.“

Trennung von Netz und Betrieb

Des Weiteren fordert Frank Schäffler eine Trennung von Netz und Betrieb: „Die Bahn hat Investitionen in die Schienennetze in den vergangenen Jahren immer zurückgestellt, um die Bilanz anderer Unternehmensteile aufzubessern. Das rächt sich jetzt und mündet in Verspätungen durch kaputte Weichen und marode Brücken.“ Durch die Trennung von Netz und Betrieb könne der Wettbewerb auf der Schiene erhöht und lang überfällige Investitionen getätigt werden, ist der FDP-Politiker überzeugt.

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