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Nach Steinwürfen auf das Rathaus: Polizei schnappt Verdächtigen – 30-Jähriger soll Haftrichter vorgeführt werden

Ist die Bünder Randale-Serie bald aufgeklärt?

Bünde (WB)

Steht die Polizei kurz vor der Aufklärung der Bünder Vandalismus-Serie? Fakt ist jedenfalls: Streifenbeamten ging jetzt ein dringend Tatverdächtiger (30) ins Netz, der am späten Mittwochabend neun Fensterscheiben am Rathaus eingeworfen haben soll. Er soll für die Ermittler kein Unbekannter sein.

Daniel Salmon

Mehrere Fenster der Büros im Bünder Sozialamt sind am Mittwoch mit Steinen eingeworfen worden. Foto: Daniel Salmon

Ein Zeuge hatte die Einsatzkräfte auf die Spur des mutmaßlichen Steinewerfers gebracht. Gegen 23.20 Uhr soll der 30-Jährige bei seiner Wurfattacke beobachtet worden sein, anschließend flüchtete er. Schon zehn Minuten später klickten die Handschellen: Dank der Hinweise weiterer Bürger entdeckte die Polizei bei ihrem massiven Fahndungseinsatz den Tatverdächtigen vor einem Geschäft in der Bahnhofstraße und nahm ihn vorläufig fest. Die Nacht verbrachte er in Polizeigewahrsam. „Wir haben ihn auch bereits vernommen“, erklärte Kreispolizeisprecherin Simone Lah-Schnier. Was der Verdächtige – er soll polizeibekannt sein – gegenüber den Ermittlern der Kripo aussagte, ist noch nicht bekannt. Allerdings musste der Bünder auch eine weitere Nacht auf der Wache verbringen. An diesem Freitag soll er zudem einem Haftrichter vorgeführt werden.

Derzeit ist unklar, für welche weiteren Taten der 30-Jährige überhaupt in Betracht kommt. Die Ermittler unterscheiden zwischen mehreren Tatserien. Wegen diverser Sachbeschädigungen – vor allem zerstörte Schaufenster und Autoscheiben –, die sich alle im letzten Jahr ereigneten, war vor einigen Wochen ein 15-Jähriger ins Visier der Fahnder gerückt. „Wir versuchen dem Jugendlichen die Taten vor dem Jahreswechsel zuzuordnen“, so Lah-Schnier. Seit Anfang 2021 kam es aber zu einer Reihe weiterer Sachbeschädigungen, für die der Teenager aber nicht als Tatverdächtiger infrage kommen soll.

Zudem gibt es die Feueranschläge auf die Krempoli-Kita, das Lydia-Gemeindebüro und diverse Autos, die die Polizei generell als eigenständige Tatserie betrachtet. Ob es aber nicht doch Zusammenhänge zwischen Brandstiftungen und Steinwurf-Attacken gibt, darauf wollen sich die Ermittler zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend festlegen.

Laut Bündes Stadtsprecherin Doris Greiner-Rietz haben die Sachbeschädigungen vom Mittwochabend für Beeinträchtigungen des Tagesgeschäfts im Rathaus gesorgt. Vor allem das Sozialamt sei betroffen gewesen, da sämtliche zerstörte Fenster zu dortigen Büros gehören. Zwar hatte die Polizei zunächst mitgeteilt, dass am Mittwochabend zwölf Glasfronten beschädigt wurden, allerdings stammte einige Schäden von vorherigen Steinwurfattacken.

Greiner-Rietz: „Die Steine sind dieses Mal mit großer Wucht durch die Scheiben geworfen worden. Die Glassplitter haben sich teils überall in den Räumen verteilt. Einige Büros konnten daher nicht genutzt werden, wir mussten sie erst reinigen lassen.“ Der Schaden der – erneuten – Beschädigungen am Rathaus wird auf mehrere tausend Euro geschätzt.

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