1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Buende
  6. >
  7. Kita Dünne für Deutschen Lesepreis nominiert

  8. >

Preisverleihung am 6. November im Berliner Humboldt-Carré

Kita Dünne für Deutschen Lesepreis nominiert

Bünde (WB). Besonders stolz auf ihren Kindergarten ist aktuell Nicole Zörner, Leiterin der Kita Dünne. Denn ihr Projekt »Kinderbuchklassiker erleben« wurde unter 700 Einsendungen ausgewählt und für den Deutschen Lesepreis 2019 nominiert.

Carolin Bittner

Timo Päckmann und Nicole Zörner lesen den Kindergartenkindern Luis (3), Milana (4), Felix (5) und Leni (4) gerne etwas im neuen Leseraum vor. Das Interesse fürs Lesen wurde bei ihnen durch das Projekt »Kinderbuchklassiker erleben« geweckt. Foto: Carolin Bittner

Nominiert wurden 48 Projekte in fünf Kategorien in ganz Deutschland. Dotiert ist der Preis mit insgesamt 25.000 Euro. Honoriert wird dabei vorbildhaftes Engagement in der Leseförderung. »Es ist eine große Ehre, dass wir für den Preis nominiert sind. Wir haben damit gar nicht gerechnet, weil es so viele Teilnehmer gibt und wir nur so ein kleines Projekt sind«, so Zörner.

Recht auf Leseförderung

Dr. Jörg Maas, Geschäftsführer der Stiftung Lesen, ist es wichtig, dass Kinder wieder an das Lesen von Büchern herangeführt werden. »Jedes Kind in Deutschland hat ein Recht auf Leseförderung. Um junge Familien, Kita- und Schulkinder für das Lesen zu begeistern, braucht es jedoch Projekte, die zu ihrem Alltag passen und individuelle Bedürfnisse berücksichtigen.«

Das hat auch der Kindergarten in Dünne geschafft. Nachdem die Kindergartenleitung einen Leseraum eingerichtet hatte, wurde dem Nachwuchs verschiedene Kinderbuchklassiker vorgestellt. »Jede der vier Gruppen durfte sich ein Lieblingsbuch aussuchen. Ausgewählt wurden dabei Pippi Langstrumpf, das Sams, das kleine Gespenst und der kleine Drache Kokosnuss. Man sieht also, dass die Klassiker immer noch ankommen«, so Zörner.

Abschluss mit Elternnachmittag

Danach seien die Gruppenräume in die Welten verwandelt worden, in denen die Buch-Helden leben. Die Kinder hätten dabei spannende Abenteuer erlebt. Es gab zum Beispiel einen Jahrmarkt wie bei Pippi Langstrumpf, und sogar eine Wunschmaschine wurde gebaut.

Abgeschlossen habe das acht Wochen lange Projekt mit einem Elternnachmittag, bei dem die Jungen und Mädchen ihren Eltern die Ergebnisse präsentierten. »Wir haben festgestellt, dass bei den Kleinen das Interesse an Büchern geweckt wurde. Sie wünschen sich jetzt auch Bücher von ihren Eltern«, resümiert die Kita-Leiterin.

Lesen fördert die Bindung

Doch warum hat sie sich überhaupt für ein Projekt zur Leseförderung eingesetzt? Für Nicole Zörner nimmt das Lesen einen ganz wichtigen Stellenwert in der Eltern-Kind-Bindung ein. »Durch das Vorlesen einer Gute-Nacht-Geschichte am Bett des Kindes bildet sich ganz viel Vertrauen. So was geht durch ein Hörspiel nicht.«

Auch der Leseraum sei gut angekommen, es sitze eigentlich immer jemand drin, um den Kindern vorzulesen. Sie hätten einfach mal sehen sollen, dass es Bilder nicht nur auf Tablets und Handys gibt, sondern dass auch Bücher interessant sein können.

In ein paar Wochen erfährt die Kita-Leitung dann, ob ihr Projekt gewonnen hat. Die Preisverleihung findet am 6. November im Berliner Humboldt-Carré statt.

Startseite