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Neues System wird am 8. Dezember getestet - Netzbetreiber informieren Kunden bereits jetzt per Nachricht

Kreis Herford: Katastrophenwarnung kommt mit lautem Ton auf fast jedes Handy

Kreis Herford

Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal wird es ab Februar 2023 in Deutschland eine neue Warnmethode über Smartphones geben, um möglichst viele Bürger rechtzeitig vor Gefahren zu warnen.

Von Kathrin Weege

Über das System Cell Broadcast können Behörden bei Gefahr künftig allen Handynutzern eine Warnung schicken. Foto: Fabian Sommer/dpa

Dafür müssen keine Apps installiert sein. „Am 8. Dezember um 11 Uhr wird es deutschlandweit und auch bei uns im Kreis Herford einen Warntag geben. Dann werden neben den Sirenen in den Kommunen und den bekannten Warnapps wie KATWARN oder NINA erstmalig auch Warnungen auf die Handys rausgeschickt“, sagt Kreissprecher Patrick Albrecht.

Wenn es so weit ist, sollten sich die Bürger nicht erschrecken: Denn das Smartphone erhält nicht nur eine Nachricht, sondern gibt einen lauten Warnton von sich. So soll sichergestellt sein, dass die Menschen auch nachts rechtzeitig informiert werden können.

Cell Broadcast heißt das neue System, das anders funktioniert als die bekannte SMS, heißt es auf der Homepage des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Bereits jetzt haben einige Smartphonebesitzer im Kreis Herford Nachrichten von ihren Mobilfunkanbietern erhalten, die sie auf die neue Technik hinweisen.

Manche sind davon auch irritiert. „Ich habe eine Nachricht mit Link zum BBK und Cell Broadcast erhalten. Darin werde ich darauf hingewiesen, dass mein Handy wahrscheinlich nicht über den aktuellen Softwarestand verfügt, um diese Mitteilungen zu erhalten“, schreibt ein Facebook-User aus Bünde. Er habe diese Mitteilung sechsmal erhalten, das Handy habe stets einen lauten Ton abgespielt. Andere Bürger im Kreisgebiet haben Mitteilungen von ihren Mobilfunkanbietern erhalten. Ein Herforder sagt: „Ich wurde per SMS darauf hingewiesen, dass am 8. Dezember um 11 Uhr ein Warntag stattfindet, bei dem bundesweit ein Probealarm ansteht. Für Voraussetzungen und Informationen zur Warnung durch das Smartphone soll ich auf der Internetseite meines Netzbetreibers schauen.“

8. Dezember

Der bundesweite Warntag wurde dieses Jahr durch den Beschluss der Innenministerkonferenz im Juli vom 8. September auf den 8. Dezember verschoben, um Cell Broadcast am bundesweiten Warntag erstmalig zu testen. So sollen laut Bundesministerium wichtige Erkenntnisse für die Umsetzung bis zum vorgesehenen offiziellen Start im Februar 2023 gewonnen werden. „Zugleich soll die Gelegenheit genutzt werden, um den Menschen in Deutschland das System erstmals mit einer Testnachricht bekannt zu machen. Cell Broadcast ist eine über die Mobilfunknetze übermittelte Warnmeldung. Um die Warnung insbesondere bei der Einführung des neuen Kanals zu optimieren, spielt die Rückmeldung der Bevölkerung als Empfänger der Meldungen eine wichtige Rolle“, teilt das BBK mit.

Erfahrungen rückmelden

Nach dem Warntag werden die Bürger aufgefordert, ihre Erfahrungen mit Cell Broadcast und weiteren Warnmitteln bei einer Umfrage des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mitzuteilen. Die Möglichkeit zum Feedback werde es auf der Website warnung-der-bevölkerung.de, in der Warn-App NINA, auf einer Seite zum bundesweiten Warntag auf bbk.bund.de und auf den Social-Media-Kanälen des BBK geben, teilt das BBK mit. Mit der neuen Technik können Warnungen an viele Handybesitzer geschickt werden.

Rechtzeitige Warnung

Das BBK geht davon aus, dass aus technischen Gründen etwa die Hälfte aller Mobiltelefone in Deutschland Warnungen über Cell Broadcast empfangen kann. Ziel der neuen Methode ist es, Warnungen einfach, schnell, zielgenau und datensparsam an eine große Anzahl von Menschen zu versenden, um sie im Notfall rechtzeitig alarmieren und so schützen zu können. „Cell Broadcast ist ein anonymes Verfahren, das die Empfangsbereitschaft des Mobilfunkendgerätes in einer Funkzelle des Mobilfunknetzes nutzt“, heißt es seitens des Bundesamts. Mehr Informationen zum neuen Warnsystem gibt es unter https://www.bbk.bund.de/cellbroadcast. Hier können sich Interessierte auch über die Voraussetzungen, die bei einem Smartphone erforderlich sind, informieren.

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