1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Buende
  6. >
  7. Künftig nur noch Selbstbedienung

  8. >

Stadtbücherei Bünde ändert Ausleihsystem grundlegend

Künftig nur noch Selbstbedienung

Bünde  (WB). Bücher, DVDs und andere Medien ausleihen, ohne dass dafür die Hilfe von Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei in Anspruch genommen werden muss? In Bünde könnte das schnell Wirklichkeit werden. Denn noch in diesem Sommer sollen Büchereinutzer verpflichtet werden, die für die Ausleihe ausgesuchten Medien selber zu verbuchen.

Hilko Raske

Büchereileiterin Regina Mahl-Schoofs vor einem der Scanner, an denen Nutzer der Stadtbibliothek Medien, die sie ausleihen wollen, selber verbuchen müssen. Geschieht dies nicht, wird das künftig als Diebstahl gewertet. Foto: Hilko Raske

Möglich macht dies eine grundsätzliche Umstellung des Büchereibetriebes. Alle Medien der Stadtbücherei – immerhin 32 000 Stück – werden mit einem so genannten RFID-Aufkleber versehen. Konkret bedeutet das, dass auf sämtliche Bücher, CDs, DVDs, aber auch Spiele ein kleines, elektronisches Etikett geklebt wird. Mit einem Scanner können die darin enthaltenen Informationen eingelesen werden. In Kombination mit dem elektronischen Bibliotheksausweis haben dann die Besucher der Stadtbücherei künftig die Möglichkeit, selber ihre Ausleihen zu registrieren.

Ausleihen digitaler Medien bislang umständlich

Bislang war es so, dass sich vor allem das Ausleihen der digitalen Medien vom Hörbuch bis hin zur Film-DVD relativ umständlich gestaltete. In den Büchereiregalen standen nämlich nur die entsprechenden leeren Hüllen. Die digitalen Medien selber mussten von Bibliotheksmitarbeiterinnen herausgesucht werden. Sie wurden gesondert aufbewahrt. »Diese Vorgehensweise hatte zur Folge, dass wir in der Bücherei viel Zeit damit verbracht haben, diese neuen Medien für Kunden herauszusuchen«, berichtet Bibliotheksleiterin Regina Mahl-Schoofs. Das Ergebnis: Vor dem Ausleihtresen hätten sich oft Schlangen gebildet. Aus Sicht von Regina Mahl-Schoofs ein höchst unbefriedigender Zustand. Denn immerhin möchte man sich in der Stadtbücherei verstärkt der Beratung widmen. »Die kommt derzeit zu kurz.« Doch wie Abhilfe schaffen? »Es gibt nur drei mögliche Stellschrauben, an denen man drehen kann: mehr Personal, mehr Platz oder eine neue, effektive Technik.« In Sachen Personal und Platz seien aktuell keine Änderungen möglich, so ihre Einschätzung. »Da blieb uns nur noch die Technik.« Und für die gab es sogar Fördermittel vom Land.

Alle Bücher haben bereits das RFID-Label

Nach der Bewilligung der Mittel fing die Arbeit für die Bibliotheksmitarbeiterinnen aber erst so richtig an. »Seit dem vergangenen Dezember sind wir dabei, jedes Medium mit einem RFID-Aufkleber zu versehen«, sagt die Büchereileiterin. Inzwischen sei man mit allen Büchern – sie machen 75 Prozent des Bestandes aus – fertig. »Das war allerdings nur möglich, weil das neue System eine Verbindung zur Bibliothekssoftware herstellen kann und somit der Aufkleber nur noch mit den Informationen zum jeweiligen Medium verknüpft werden muss.« Auch den größten Teil der digitalen Medien habe man mit der neuen Kennzeichnung versehen. Hier warte man jedoch noch auf die passenden Möbel zur Präsentation.

Elektronische Schleuse

Im Grunde genommen, so Regina Mahl-Schoofs, laufe das künftig auf eine umfassende Selbstbedienung hinaus. »Anfangs wird natürlich immer ein Büchereimitarbeiter am Scanner hilfreich zur Seite stehen«, sagt Regina Mahl-Schoofs. Neben den Plätzen zum Einscannen gibt es deshalb auch eine elektronische Schleuse, die ein akustisches Signal gibt, wenn jemand das Verbuchen »vergessen« haben sollte. Diese Schleuse müssen alle Büchereibesucher passieren.

Mit dem neuen System ist übrigens auch eine Änderung der Büchereisatzung erforderlich. Danach sind Kunden unter anderem verpflichtet, die Medien selber zu verbuchen. Werden Medien mitgenommen, ohne ordnungsgemäß verbucht zu sein, wird das als Diebstahl gewertet. Der zuständige Fachausschuss votierte jetzt einstimmig für diese Änderungen.

Startseite