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Ausschuss stimmt für Umbenennung der Lettow-Vorbeck-Straße – Rat hat am 18. Mai das letzte Wort – Zustimmung gilt als sicher

Kurze „Gnadenfrist“ für den Reichswehr-General

Bünde (WB)

Die Tage, in denen der umstrittene Reichswehr-General Paul von Lettow-Vorbeck (1870-1964) Namenspate einer Bünder Straße ist, scheinen gezählt zu sein. Mit denkbar knapper Mehrheit hat sich der Verkehrsausschuss für eine Umbenennung des Straßenzugs ausgesprochen. Allerdings ist die Entscheidung noch nicht endgültig: Lettow-Vorbeck bekommt noch eine knapp zweiwöchige „Gnadenfrist“.

Daniel Salmon

Lettow-Vorbecks Name soll aus dem Bünder Stadtbild entfernt werden. Zumindest im Verkehrsausschuss gab‘s dafür jetzt eine Mehrheit. Foto: Daniel Salmon

Es ist 21.24 Uhr am Mittwochabend, als das Votum des Fachgremiums feststeht. Neun Ausschussmitglieder (SPD, Grüne, Linke) stimmen für eine Umwidmung der Lettow-Vorbeck-Straße, acht Lokalpolitiker (CDU, FDP, UWG, AfD) sprechen sich dagegen aus. Eigentlich wäre das Thema damit endgültig abgeschlossen gewesen. Denn der Verkehrsausschuss hat durchaus die Kompetenz, allein über Straßenbe- und umbenennungen zu beschließen. Doch aufgrund der schon seit Jahren schwelenden politischen Debatte um die Personalie Lettow-Vorbeck, der maßgeblich an der brutalen Niederschlagung des Aufstands der Herero und Nama in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika (heute Namibia) beteiligt war, wird das Stadtparlament in seiner Sitzung am 18. Mai eine endgültige Entscheidung treffen. „Wegen der Brisanz des Themas soll der Rat abschließend darüber beraten“, sagt Volker Dix, Leiter des Bauverwaltungsamts.

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