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Ältere Menschen im Kreis Herford seltener von Corona-Infektionen betroffen

Landrat: „Auch Jüngere können schwer erkranken“

Kreis Herford (WB)

Ein Fehler bei der Datenübermittlung hat dafür gesorgt, dass das Landeszentrum Gesundheit und das Robert-Koch-Institut am Montagmorgen keine neuen Coronafälle für den Kreis Herford ausgewiesen haben. Der Kreis Herford hat jetzt mitgeteilt, dass am Wochenende insgesamt 107 neue Infektionen registriert wurden.

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Zurzeit gibt es 692 akute Coronainfektionen im Kreisgebiet. Foto: Kreis Herford

Der Inzidenzwert war in den vergangenen Tagenzunächst auf 117,3 (Samstag) und dann auf 126,9 (Sonntag) gestiegen. Einen aktuellen Inzidenzwert könne man an diesem Montag nicht bekannt geben, teilt der Kreis Herford mit. Er wird am Dienstag wieder veröffentlicht.

Insgesamt sind laut Kreisgesundheitsamt bisher 9.108 bestätigte Infektionen im Kreisgebiet bekannt. Davon 8.263 als genesen. Derzeit gibt es kreisweit 692 akute Infektionen. Die aktuell infizierten Personen verteilen sich auf Herford (193), Spenge (30), Bünde (122), Löhne (173), Vlotho (43), Enger (35), Rödinghausen (13), Hiddenhausen (53) und Kirchlengern (30). Bislang wurden 153 Todesfälle kreisweit im Zusammenhang mit der Pandemie gezählt.

Die Altersstruktur der Neu-Infektionen in der vergangenen Woche zeigt laut Kreisgesundheitsamt auf, dass sich im Kreis Herford vermehrt jüngere Menschen mit dem Corona-Virus infizieren: Gut ein Drittel der Infizierten seien im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. 13 Prozent der Infizierten sind Kinder im Alter zwischen 0 und 10 Jahren. Knapp ein Viertel der Infektionsfälle in den vergangenen sieben Tagen beträfen Personen mittleren Alters zwischen 41 und 60 Jahren.

Gleichzeitig sei der Anteil der über 60-Jährigen unter den Infizierten deutlich gesunken: „Sie machen nur noch rund 8 Prozent der Fälle aus, bei den über 80-Jährigen sind es sogar weniger als 2 Prozent“, teilt der Kreis mit.

Dazu sagt Landrat Jürgen Müller: „Wir müssen beachten, dass die jüngeren Altersgruppen mehr persönlichen Kontakt untereinander haben als etwa Senioren. Das trägt auch dazu bei, dass wir nach wie vor hohe Zahlen haben. Dennoch sind wir sehr froh, dass insbesondere durch das Voranschreiten bei den Impfungen unsere älteren Mitmenschen nun besser geschützt sind.“ Im März habe es im Kreisgebiet zehn Todesfälle gegeben, so Müller, im Januar seien es noch mehr als 60 gewesen. Auch wenn trotzdem jeder einzelne Todesfall einer zu viel sei, gab Müller zu bedenken, dass auch jüngere Menschen sehr schwer erkranken.

Der Landrat führt weiter aus, er habe die Anzahl der Neuinfektionen und den Inzidenzwert im Kreisgebiet „kritisch im Blick“ und tausche sich mit der Bürgermeisterin und den Bürgermeistern aus. „Maßgeblich bleibt für uns die Gesamtentwicklung in OWL und die Situation in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen im Kreisgebiet. Dort ist die Lage derzeit stabil. Das freut mich, aber wir müssen weiter vorsichtig bleiben. Denn es gibt Regionen, da sieht es anders aus“.

Es werden 31 Menschen wegen Covid-19 stationär in den Krankenhäusern behandelt. Hiervon werden neun Personen intensivmedizinisch betreut, acht davon müssen beatmet werden. Derzeit gibt es in 11 Einrichtungen der Pflege- und Eingliederungshilfe bestätigte Corona-Fälle. Drei Bewohnerinnen und Bewohner sowie fünf Beschäftigte sind infiziert. 8 weitere Beschäftigte sind ohne Infektion in Quarantäne.

Insgesamt sind im Kreisgebiet 105 Schülerinnen und Schüler sowie drei Lehrkräfte infiziert. Die Infizierten verteilen sich auf 48 Schulen im Kreisgebiet. In 15 von insgesamt 129 Kitas im Kreisgebiet sind bestätigte Corona-Fälle bekannt. Infiziert sind 17 Kinder und drei Mitarbeitende.

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