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50-Jähriger in Bünde durch Bahn überrollt – Opfer vermutlich alkoholisiert

Lauf über die Gleise endet tödlich

Bünde (WB). Ein 50-jähriger Mann ist am Sonntagabend um 22.20 Uhr von einem Zug erfasst und getötet worden. Nach Aussage von Simone Lah-Schnier, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde Herford, geht man zum jetzigen Zeitpunkt von einem Unglücksfall aus.

Hilko Raske

Auf diesem Abschnitt der Bahnstrecke ist das Unglück passiert. Foto: Hilko Raske

Da es keine Hinweise auf einen Suizid gebe, gehe man von einem tödlichen Unfall aus, sagt Jürgen Gerdes, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Münster. Kurz vor dem Unfall sei der 50-Jährige mit einem 29-jährigen Begleiter – beide aus Polen – auf der Franz-Werfel-Straße in Bünde unterwegs gewesen. Diese Straße verläuft parallel zu den Bahngleisen. Von hier aus kann man problemlos auf die Bahngleise gelangen. Anscheinend habe das Duo vorher Alkohol konsumiert. Weshalb der 50-Jährige auf die Gleise gelaufen ist, darüber rätseln die Behörden. Möglicherweise sei ein Streit Auslöser gewesen.

Auf den Gleisen wurde der 50-Jährige von einem Regionalexpress der Westfalenbahn erfasst, der zu diesem Zeitpunkt aus Braunschweig kommend in Richtung Rheine unterwegs war. Der 50-Jährige war auf der Stelle tot. Der Lokführer leitete umgehend eine Bremsung ein. »Bahnreisende sind dabei nicht verletzt worden«, so Gerdes. Für die Bergungsarbeiten sei die Strecke bis 1.14 Uhr gesperrt gewesen.

Im Zug kümmert sich unterdessen ein Notfallseelsorger um die Reisenden und das Zugpersonal. Da der Triebwagen durch den Unfall beschädigt worden war, wurde eine Ersatzlok angefordert. Nach Aufhebung der Sperrung sei die Fahrt zunächst bis zum Bahnhof Bünde und dann weiter in Richtung Rheine fortgesetzt worden, sagt Gerdes.

Begleitung nicht vernehmungsfähig

Der 29-Jährige, der das Unfallopfer begleitete, soll von der Polizei nun als Zeuge vernommen werden. Das war am Montagvormittag allerdings noch nicht möglich. »Der Mann ist erst einmal ärztlich versorgt worden. Da er unter Schock steht, wird er derzeit im Klinikum Herford behandelt«, sagt Simone Lah-Schnier von der Kreispolizeibehörde.

Lokführer werden im Laufe ihres Berufslebens immer wieder mit derartigen Zusammenstößen konfrontiert. Dabei sind es oft Menschen, die mit Selbstmordabsichten auf die Gleise gehen. In Deutschland werfen sich laut Statistik jährlich etwa 1000 Menschen in Selbstmordabsicht auf die Schienen. Statistisch gesehen überrollt somit jeder Lokführer drei Mal in seinem Berufsleben einen Menschen.

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