1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Buende
  6. >
  7. Lebensgefährliche Wanderrouten

  8. >

Geoportal zeigt die Hotspots der Krötenwanderung im Kreis Herford

Lebensgefährliche Wanderrouten

Herford (WB)

Bald ist es wieder soweit: Wenn nicht nur die Tage sondern auch die Nächte mildere Temperaturen haben und es dann auch noch regnet, werden wieder tausende Kröten, Frösche und Molche zu ihren Laichgewässern ziehen. Und weil ihre Lebensräume von Straßen durchzogen sind, müssen sie diese queren – ein (lebens-)gefährliches Unterfangen.

wn

Die Erdkröte ist im Kreis Herford die am häufigsten vorkommende Amphibienart. Foto: Kreis Herford/Karin Bohrer

Ab Ende Februar werden deshalb im Kreis Herford entlang von Straßenabschnitten mit hohem Amphibienaufkommen sogenannte Leiteinrichtungen („Krötenzäune“) aufgebaut. Insgesamt sind es etwa 40 Stellen im Kreis. Hinzu kommen noch 11 weitere Abschnitte, die nachts gesperrt werden.

Die „Hotspots“ der Amphibienwanderung sind ab sofort im Geoportal des Kreises Herford veröffentlicht. Die entsprechende Karte findet sich unter https://geoportal.kreis-herford.de im Bereich „Umwelt“.

Das Aufstellen der Amphibienzäune übernehmen die Kommunen oder die zuständige Straßenbauverwaltung. Oft sind es dann Helfer von Naturschutzgruppen, die morgens und abends die Amphibien über die Straße tragen.

So sieht ein Ausschnitt aus dem Geoportal für die Krötenwanderung im Kreis Herford aus – hier am Beispiel Stedefreund: Rote Punkte markieren Stellen, an denen die Straße für wandernde Amphibien gesperrt wird, blaue Punkte weisen auf Schutzzäune hin und gelbe Punkte (in diesem Ausschnitt nicht zu sehen) stehen für Stellen, an denen Schilder auf die Krötenwanderung hinweisen. Foto: Kreis Herford

Auch das ist nicht ungefährlich, an vielbefahrenen Straßen sind daher in dieser Zeit Schilder zur Begrenzung der Geschwindigkeit aufgestellt. Der Kreis bittet alle Autofahrer, an diesen Abschnitten besonders vorsichtig zu fahren und Tempolimits zu beachten.

Im Kreis Herford ist die Erdkröte die häufigste Amphibienart, gefolgt von Teich- und Bergmolch, Grasfrosch, den Wasserfroscharten, Kamm- und Fadenmolch, Laubfrosch und Kreuzkröte. Alle Amphibien gehören zu den besonders geschützten Tierarten. Sie sind im Kreislauf der Natur wichtig als Räuber und als Beute.

Im Kreis Herford sind sie gefährdet, weil ihre Lebensräume schwinden. Außer dem Laichgewässer im Frühjahr brauchen sie noch Sommerlebensräume und Winterquartiere und viele Insekten, Würmer und Schnecken als Nahrung.

Übrigens: Auch wenn wandernde Kröten und Frösche nicht direkt von Fahrzeugen überrollt werden, sterben sie doch meist, weil der von fahrenden Autos verursachte Strömungsdruck sie förmlich zerquetscht. Schon bei einem Tempo von 50 km/h haben sie kaum eine Überlebenschance. Slalomfahren, um den Tieren auszuweichen, hilft nicht sondern nur langsam fahren – am besten Schritttempo.

Startseite