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Kirchlengern: Volksbankstiftung unterstützt Anschaffung von Defibrillatoren

Lebensretter am Spielfeldrand

Kirchlengern (WB). Es sind bedrückende Statistiken, die Carsten Holtgrefe präsentiert: »Alle vier bis sechs Minuten verstirbt in Deutschland ein Mensch an plötzlichem Herztod.« Um die Überlebenschancen zu erhöhen, hat der Gemeindesportverband Kirchlengern neue Defibrillatoren für die Sportplätze der Gemeinde angeschafft.

Raphael Steffen

Für mehr Sicherheit auf den Sportplätzen: Malte Rompf (Volksbank), Oliver Lüking (GSV), Michael Höke (GSV), Uwe Ziegler (Rot-Weiß Kirchlengern), Ernst Hake (BV Stift Quernheim), Stefan Nunnenkamp (VfL Klosterbauerschaft); Carsten Holtgrefe (Struck Medizintechnik) und Andreas Kelch mit den neuen Defibrillatoren, die auf Sportplätzen in der Gemeinde platziert werden. Foto:

Holtgrefe ist Vertriebsleiter der Firma Struck Medizintechnik aus Enger, die die neuen Geräte liefert. Diese kosten 2500 Euro das Stück, bei fünf Neuanschaffungen macht das 12.500 Euro – zu viel für den Gemeindesportverband (GSV). Darum half die Volksbankstiftung aus. »Ohne Sie hätten wir das nicht geschafft«, so GSV-Vorsitzender Oliver Lüking, der betont: »Diese Maßnahme kommt allen sporttreibenden Menschen zugute.«

Andreas Kelch von der Stiftung Volksbank Bad Oeynhausen-Herford geht noch einen Schritt weiter: »Das hat nichts mit Jung oder Alt, Sportler oder Nichtsportler zu tun. Es kann jeden treffen.« Kelch erinnert an einen Kollegen, der vor einigen Jahren in Hiddenhausen beim Fußballspiel zusammengebrochen sei – mit 22 Jahren, mit angeborenem Herzfehler. »Wir wollen die Region herzsicher machen«, fasst er das Engagement der Stiftung zusammen.

Ersthelfer sollten nicht zögern

Entscheidend bleibt dabei, dass Ersthelfer im Notfall nicht zögern einzugreifen. »Nach einem Herzanfall verliert der Betroffene jede Minute zehn Prozent seiner Lebenskraft«, weiß Kelch: »Die Umstehenden müssen ihre Hemmschwelle überwinden.«

Die Defibrillatoren sind leicht im Handling und entscheiden selbst, wann und in welcher Stärke sie ihre Stromstöße abgeben, um Herzrhythmusstörungen zu beheben. Kelch betont aber auch: »Sie können eine Herz-Lungen-Wiederbelebung nicht ersetzen.«

Die neuen Geräte werden in Zukunft in den Grundschulen Südlengern und Stift Quernheim sowie bei den Vereinen Rot-Weiß Kirchlengern, VfL Klosterbauerschaft und BV Stift Quernheim zur Verfügung stehen. Um die Beteiligten zu sensibilisieren, biete der GSV in naher Zukunft eine Schulung in Partnerschaft mit dem Roten Kreuz an, so Lüking: »Ich hoffe, dass die Resonanz bei den Vereinen groß ist – gerade im Jugendbereich.« Holtgrefe: »Das Thema muss brutal nach unten durchkommuniziert werden.«

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