Engeraner und Bünder greifen beherzt ein – Polizei findet Diebesgut bei alkoholisiertem Täter

Mann (39) will Rollstuhlfahrer beklauen

Enger/Bünde (WB)

Nicht wegsehen, sondern helfen: Unter diesem Motto hat ein Engeraner beherzt eingegriffen, als ein 39-jähriger Mann aus Bünde am Dienstag versuchte, einen Mann im Rollstuhl zu bestehlen.

Kathrin Weege

Ein 39-jähriger Bünder hat versucht, einen Rollstuhlfahrer zu betrügen. Aufmerksame Zeugen konnten dies vereiteln. Foto: dpa

Der 39-Jährige nutzte die Gutmütigkeit des Rollstuhlfahrers dreist aus. Zuerst bat er ihn um 10 Euro. Der 55-Jährige aus Bünde war bereit zu helfen und wollte ihm das Geld aushändigen. „Als der Rollstuhlfahrer dafür seine Geldbörse hervorholte, zog der 39-Jährige zusätzlich zu den 10 Euro einen 20 Euro-Schein aus der Geldbörse“, sagt Polizeisprecherin Julia Dowe.

Der 55-jährige Bünder war damit nicht einverstanden und verlangte lautstark sein Geld zurück. Dadurch wurden gegen 15.50 Uhr ein 32-jähriger Engeraner und ein 36-jähriger Bünder auf der Bahnhofstraße in Höhe der Hausnummer 40 auf die Situation aufmerksam. „Sie waren gerade noch in einem Geschäft, hörten aber die Auseinandersetzung und eilten dem Rollstuhlfahrer zu Hilfe“, so die Polizeisprecherin.

Der Rollstuhlfahrer erhielt seine 20 Euro zurück. Als die Zeugen die Polizei über den Vorfall informieren wollten, war der 39-Jährige damit nicht einverstanden. Er wollte wegrennen, doch die Zeugen hinderten ihn daran.

Der Beschuldigte wurde aggressiv, schlug um sich und wollte sich losreißen. Durch den Tumult wurde ein weiterer Passant auf diese Situation aufmerksam. Er unterstützte die beiden Männer dabei, den um sich schlagenden Mann zu fixieren.

Als die Polizei hinzukam, bemerkten die Beamten sofort den Alkoholgeruch bei dem 39-Jährigen. „Diese Annahme bestätigte später ein Atemalkoholtest“, erklärt Dowe. Zudem stellten die Beamten bei ihm mutmaßliches Diebesgut aus einem Ladendiebstahl fest. „Die weiteren Ermittlungen hierzu dauern noch an“, erklärt Dowe. Zivilcourage sei heute nicht immer selbstverständlich. Wer in Fällen wie diesen helfe und weitere zur Unterstützung dabei benötige, der sollte laut auf die Situation aufmerksam machen oder andere direkt ansprechen und auffordern, rät die Polizei.

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