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Amtsgerichtsprozess im Juli – Stadt schult Einsatzkräfte

Mann soll Rettungssanitäter behindert und bedroht haben

Bünde  (WB). Weil er zwei Rettungssanitäter bei einem Einsatz erheblich behindert und bedroht haben soll, muss sich ein Bünder in knapp vier Wochen vor Gericht verantworten. Der Vorwurf lautet im Fachjargon »Widerstand gegen Personen, die Vollstreckungsbeamten gleichstehen«.

Daniel Salmon

Weil er zwei Rettungssanitäter bedroht und beleidigt haben soll, steht ein Bünder bald vor dem Amtsgericht. Mit speziellen Fortbildungen sollen die Bünder Einsatzkräfte demnächst für solche Situationen geschult werden. Foto: dpa

Ein Delikt, das bei einer Verurteilung laut Gesetz mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe geahndet werden kann.

Zugetragen haben soll sich der Vorfall am 30. Juli vergangenen Jahres um kurz nach Mitternacht. Seinerzeit waren die beiden Rettungskräfte an die Grundschule in Hunnebrock gerufen worden. Dort trafen sie laut Anklageschrift auf zwei Männer, bei denen es sich um Brüder handeln soll, und eine Frau. Einer der Männer soll sich wegen eines Notfalls an die Helfer gewandt haben. Seinem Bruder soll allerdings nicht gefallen haben, wie die Einsatzkräfte diesen behandeln.

Sanitäter stellen Strafanzeige

In der Folge sei der Mittzwanziger aggressiv geworden, habe die Rettungskräfte bei ihrer Arbeit behindert, indem er sie verbal bedrohte (»Ich hau’ Euch um«, »Ich schlage Euch gleich«). Zudem, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, soll er einen Schlag mit der Faust in Richtung der Sanitäter ausgeführt haben. Letztlich hätten die Retter trotz aller Widrigkeiten ihren Einsatz zu Ende gebracht und den Bruder des Bünders in ein Krankenhaus eingeliefert. »Später haben die Sanitäter dann Strafanzeige bei der Polizei gestellt«, so Amtsgerichtdirektor Thomas Bröderhausen.

Die Mitarbeiter der hauptamtlichen Bünder Feuer- und Rettungswache dürften mit Interesse auf den Ausgang der öffentlichen Verhandlung, die für den 23. Juli (Beginn: 12 Uhr) angesetzt ist, blicken. Denn wie in der jüngsten Sitzung des Feuerwehrausschusses klar wurde, beschäftigen sie sich aktuell intensiv mit dem Thema »Gewalt gegen Einsatzkräfte«.

Schulung für Einsatzkräfte

»Wir werden auch im Hinblick auf eine kürzlich veröffentlichte Studie der Ruhruniversität Bochum, in der repräsentative Zahlen enthalten sind, was das Thema Gewalt gegen Rettungskräfte und Feuerwehrleute im Dienst angeht, Schulungen für unsere Mitarbeiter anbieten«, hatte Felix Heidenreich vom Rettungsdienst der Stadt Bünde Anfang des Monats während einer Präsentation den Ausschussmitgliedern erklärt. Man könne ganz deutlich erkennen, dass in der Sache Handlungsbedarf bestehe. Bei der Fortbildungsreihe, die mit dem Studieninstitut Westfalen-Lippe erarbeitet wird, soll es unter anderem um Deeskalationsstrategien, die Einschätzung des Gegenübers und er Einsatzsituation gehen. Heidenreich: »Gegebenenfalls geht es auch darum, wie man sich taktisch aus einer Lage zurückzieht, die zu eskalieren droht.«

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